Abitur nach acht oder neun Jahren?

Am heimischen Gymnasium wird überlegt, wie die zu erwartenden schulpolitischen Änderungen umgesetzt werden.

MEINERZHAGEN ▪ Mit positiver Zustimmung reagiert Heinz-Herrmann Haar, Direktor des Gymnasiums, auf die bildungspolitischen Signale der designierten rot-grünen Landesregierung.

„Ich halte das, was jetzt angekündigt wird, für eine kluge und verantwortungsbewusste Politik“, kommentiert der Schulleiter, der auch als stellvertretender Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Direktorenvereinigung fungiert und hier im ständigen Austausch mit der Landespolitik steht.

Haar sieht vor allem zwei wichtige Signale: Der Einstieg in die Gemeinschaftsschule mit gemeinsamem Unterricht für alle Kinder bis zum 6. Schuljahr bis 2015 soll nicht verbindlich werden. „Das lässt also vor Ort auch zukünftig andere Optionen zu“, so Haar. Und sei vor dem Hintergrund des in Meinerzhagen nach wie vor dreigliedrigen Schulsystems mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium aus seiner Sicht von besonderer Bedeutung.

Zum zweiten soll es künftig den Gymnasien freigestellt werden, ob bei ihnen das Abitur nach acht Jahren abgelegt wird, oder ob man wieder zum alten neunjährigen Zyklus zurückkehrt.

Am Bamberg wird die noch von der alten schwarz-gelben Landesregierung eingeführte „G-8-Reglung“ erstmals zum Ende des Schuljahres 2012/13 einen Abiturjahrgang mit Abschluss nach insgesamt zwölf statt bisher 13 Schuljahren bringen. Das führt 2013 zum Phänomen eines „Doppel-Abitur-Jahrgangs“ mit dann statt wie üblich rund 110 Abgängern der doppelten Anzahl.

Ob man an der Meinerzhagener Oberschule zurückkehren wird zur alten Regelung des Abiturs nach neun Jahren, ist noch völlig offen. Die Entscheidung darüber soll nach dem Willen der neuen Landesregierung von der jeweiligen Schulkonferenz getroffen werden.

„Da sind noch viele Fragen zu klären“, sagt Schulleiter Haar. Aus seiner Sicht gibt es für beide Varianten ebenso gute Argumente dafür wie dagegen. Denkbar wäre auch, dass am Evangelischen Gymnasium künftig wahlweise beide Angebote gemacht werden, nach zunächst gemeinsamem Unterricht bis zum 6. Schuljahr. Eine solche Regelung kann aber nach Lage der Dinge frühestens im übernächsten Schuljahr 2011/12 wirksam werden.

„Es ist gut und wichtig, dass hier jetzt keinesfalls unter Zeitdruck gehandelt werden muss“, konstatiert der Schulleiter. ▪ -fe

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