Abfuhr von Grünabfällen: Kontrolle zeigt Wirkung

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Auch dieser Meinerzhagener nutzt den Service gern.

MEINERZHAGEN ▪ Dienstag Nachmittag, kurz vor halb fünf: Vor der noch geschlossenen Schranke am Baubetriebshof der Stadt am Darmcher Weg hat sich schon eine längere Autoschlange gebildet. Dienstag ist, wie auch der Freitag und Samstag jeder Woche, Annahmetag für Grünabfall. Neu in diesem Jahr ist eine Zugangskontrolle.

„Merhaba“ begrüßt der freundliche Mann am Schlagbaum zwei Türkinnen in deren Landessprache. Sie haben ihren Ausweis leider nicht dabei, können aber mit ihrem Fahrzeugschein nachweisen: Sie wohnen in Meinerzhagen. Auch sie können passieren und den Abfall aus ihrem Garten in einen der auf dem Gelände des Baubetriebshofes bereit gestellten Container.

Auswärtige im Verdacht

„Es ist nach wie vor sehr viel los. Aber die Zeiten, als bis zu 100 Fahrzeuge für ein regelrechtes Chaos auf dem Hof sorgten, sind vorbei“, hat Baubetriebshof-Mitarbeiterin Sabine Schlabach von ihrem Büro aus beobachten können.

Der Werksausschuss hatte im vergangenen Jahr eine Neuerung hinsichtlich der Grünabfall-Annahme auf den Weg gebracht. Es bestand der Verdacht, dass nicht nur Einwohner der Stadt Meinerzhagen den Service nutzten. Offenbar hatte es sich auch in der Nachbarschaft herum gesprochen, dass hier die Möglichkeit zur kostenlosen Entsorgung von Gartenabfällen besteht. Wobei kostenlos nicht zutreffend ist. Die Kosten für Annahme, Bereitstellung und Abfuhr der Container durch das Unternehmen Lobbe entstehen, gehen in die Gebührenkalkulation für die Müllabfuhr ein – werden somit auf die Meinerzhagener Haushalte umgelegt. Auswärtige Nutzer dagegen waren bislang tatsächlich selbst kostenfrei – verursachten aber durch ihre Inanspruchnahme der Dienstleistung Kosten zu Lasten der ortsansässigen Gebührenzahler.

135 Tonnen weniger abgegeben

Die eingeführte Kontrolle, bei der per Personalausweis der Wohnsitz Meinerzhagen nachgewiesen werden muss, hat offenbar tatsächlich etwas gebracht. Peter Matzke, Leiter des für den Bereich Müllabfuhr zuständigen Bauverwaltungsamtes, kann das mit Zahlen belegen: Von März bis August wurden in diesem Jahr 490 Tonnen Grünschnitt entsorgt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 625, also 135 Tonnen mehr.

Hochgerechnet auf das gesamte Jahr (die letzte Annahme von Grünschnitt erfolgt am 27. November) rechnet Matzke mit Minderkosten von rund 23 000 Euro gegenüber dem Vorjahr, wobei die zusätzlichen Lohnkosten für zwei Kontrolleure bereits in Abzug gebracht worden sind.

Diese Bilanz erstaunt auch Michael Adolph, den technischen Leiter des Baubetriebshofs. „Wir hatten im Frühjahr nach dem langen Winter diesmal einen deutlich vermehrten Anfall von Grünabfall, weil viele Pflanzen Schäden durch Frost und Schnee erlitten hatten und entsorgt werden mussten. Dass wir in der Summe trotzdem deutlich weniger Tonnage haben, lässt vermuten, wie hoch bislang der Fremdanteil tatsächlich gewesen sein muss.“

Stadt will Service fortsetzen

Nennenswerte Probleme mit der neuen Regelung habe es nicht gegeben, berichten die Verantwortlichen. Die meisten Meinerzhagener hätten sie sogar ausdrücklich begrüßt. Die Stadt Meinerzhagen wird ihren bürgerfreundlichen Service auch 2011 fortsetzen. ▪ Horst vom Hofe

Annahmezeiten: Von März bis November dienstags 16.30 bis 19 Uhr, freitags 13.30 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 18 Uhr

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