Mann wollte Frau ins Klinikum Lüdenscheid bringen

Nach mehreren Unfällen: Polizei sperrt A45 - Taxifahrer mit gefährlicher Aktion

+
Der Taxifahrer aus Marienheide war auf dem Weg ins Klinikum Lüdenscheid. 

Meinerzhagen - Wegen mehrerer Unfälle war die A45 gesperrt. Ein Taxifahrer wollte mit einer 94-Jährigen schnell ins Krankenhaus nach Lüdenscheid - über die A45. Es kam zum Eklat. 

  • Die A45 bei Meinerzhagen war wegen mehrerer Unfälle gesperrt
  • Ein Taxifahrer wollte eine Frau ins Klinikum Lüdenscheid bringen
  • Ein Polizist sperrte die Auffahrt - der Taxifahrer fuhr auf ihn zu

Eine durchgezogene Linie ist nicht einfach zu ignorieren - und eine Anweisung durch die Polizei erst recht nicht. Doch ein Taxifahrer ging noch weiter. Und kassierte dafür nur die Quittung vor dem Amtsgericht Meinerzhagen.

Gegen den Strafbefehl über 2700 Euro und einem Monat Fahrverbot, den ein Taxifahrer wegen Nötigung erhalten hatte, legte der 61-Jährige Einspruch ein. Zumindest aus finanzieller Sicht mit Erfolg. Im Gericht reduzierte sich die Strafe, gemessen an den aktuellen Einkommensverhältnissen auf 1500 Euro. Das Fahrverbot blieb. 

A45 nach mehreren Unfällen gesperrt - Taxifahrer will trotzdem auffahren

Für den angeklagten Mann aus Marienheide als Taxifahrer eine bittere Pille. „Aber gerechtfertigt“, wie der Richter betonte. Der Angeklagte war am 22. November vergangenen Jahres mit seinem Arbeitsfahrzeug und einer 94-Jährigen an Bord auf dem Weg ins Klinikum nach Lüdenscheid. In Meinerzhagen wollte er auf die A45 auffahren. Doch an diesem Tag wurde die A45 war nach mehreren Glätteunfällen kurzfristig voll gesperrt. Ein Polizist mit Fahrrad hatte den Auftrag, die Auffahrt Meinerzhagen abzusperren. 

Polizist muss zur Seite springen

Anstatt den Anweisungen des Beamten, weiter in Richtung Valbert zu fahren zu folgen, überfuhr der Angeklagte eine durchgezogene Linie und wendete sein Fahrzeug. Bei diesem Manöver fuhr er auf den Polizisten zu. Nur ein Sprung zur Seite, konnte einen Unfall verhindern. 

An der Autobahnauffahrt in Meinerzhagen ereignete sich ein Vorfall, der jetzt das Amtsgericht beschäftigte.

Im Gericht gab der Taxifahrer an, den Polizisten gar nicht als solchen erkannt zu haben. Weder am Fahrrad, noch an der Kleidung sei das ersichtlich gewesen. Er habe für ihn ausgesehen, wie ein Radler im Jogginganzug, so der 61-Jährige.

Auf den Polizisten zugefahren sei er aber nicht, so der Angeklagte. Vielmehr sei ihm der Mann vor das Auto gesprungen. Das stritt der betroffene Polizist ab. Er habe bereits vorher auf der Fahrbahn gestanden. Richtig sei, so der 55-Jährige, dass das Fahrrad nicht der Polizei zugeordnet werden könnte. Allerdings habe er eine Jacke und eine Mütze mit der Aufschrift „Polizei“ getragen. Die hatten auch zwei Augenzeugen gesehen. 

"Das war für mich ein Schock"

Ein 71-Jähriger zeigte sich erschrocken über den Vorfall an der A45: „Das war für mich ein Schock. Man fährt doch nicht auf einen Menschen zu.“ Ob der Angeklagte den Geschädigten als Polizisten erkannt hatte oder nicht, war am Ende nicht ausschlaggebend. Fakt war: Der Marienheider hatte sich wegen Nötigung strafbar gemacht, weil er den Polizisten dazu gezwungen hatte, ihm den Weg freizumachen.

Richter: "Nicht der Wilde Westen"

In seinem letzten Wort bat der Angeklagte darum, das Fahrverbot aus dem Strafbefehl wegzulassen. Ansonsten sei sein Job in Gefahr. Doch der Richter hielt an der Sanktion fest: „Es muss deutlich gemacht werden, dass der Straßenverkehr nicht der wilde Westen ist.“

Ein anderer Taxifahrer raste bei Lüdenscheid in eine Polizei-Kontrolle. Polizistinnen wurden verletzt. Eine andere Kontrolle in Lüdenscheid ging für den Taxifahrer nicht gut aus. Die Passagiere wunderten sich, warum sie nicht am Ziel ankamen

Am kommenden Wochenende ist die A45 zwischen Lüdenscheid-Nord un Hagen-Süd wieder gesperrt. In beiden Fahrtrichtungen. 

Video

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare