75-jährige Frau stirbt bei Zimmerbrand

MEINERZHAGEN/MARIENHEIDE ▪ Eine 75-jährige Frau kam bei einem Zimmerbrand im Seniorenzentrum der Caritas in Marienheide in der Nacht zum Samstag ums Leben.

Noch vor wenigen Tagen hatten sie zusammen das Horrorszenario geprobt: Den „MANV-Fall“, ein Massenanfall an Verletzten. In der Nacht zu Samstag wurde dieser Fall für die Feuerwehr und Retter aus dem Oberbergischen und märkischen Kreis traurige Realität. Um 1.40 am frühen Samstag Morgen wurden sie zu einem Brand im Caritas-Seniorenzentrum an der Hermannsbergstraße in Marienheide gerufen.

Dort stand ein Zimmer in hellen Flammen. Mitarbeiter bemerkten das Feuer, konnten aber für die 75- jährige Bewohnerin nichts mehr tun. Sie starb in ihrem Bett.

Schnell erkannte die Feuerwehr den Ernst der Lage. Auf der Etage waren 33 Personen gemeldet, die es zu evakuieren galt. Die Altenheim-Mitarbeiter halfen hierbei äußert professionell. An dem Großeinsatz waren neben Einsatzkräften aus dem gesamten oberbergischen Kreis auch Rotkreuz-Helfer aus Meinerzhagen und Feuerwehrmänner aus Rönsahl beteiligt.

Als die ersten Rettungssanitäter eintrafen war die Etage bereits so stark verqualmt, dass ein Vordringen zu den Zimmern nicht mehr möglich war. Glücklicherweise haben die Brandschutztüren aber funktioniert, sodass sich Feuer und Qualm nicht weiter ausbreiten konnten. Zehn Bewohner mussten von der Feuerwehr unter Atemschutz gerettet werden. Zwei davon mussten mit Rauchgasvergiftungen in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht werden. Auch ein Feuerwehrmann verletzte sich bei den Löscharbeiten.

Neben den Rettungskräften aus dem Oberbergischen Kreis ging auch die Feuerwehr aus Rönsahl mit in Bereitschaft und die Rettungswache Meinerzhagen sandte einen Rettungswagen in die Hermannsbergstraße, um eine Bewohnerin mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus nach Gummersbach zu bringen.

Auch für die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes aus Meinerzhagen wurde das Brandunglück in der oberbergischen Nachbargemeinde zu einem ihrer bislang größten Einsätze: Um 2.15 Uhr löste die Kreisleitstelle einen Großalarm für das DRK Meinerzhagen aus. Wie DRK-Führer Udo Maahs berichtet, hatte man eine Sanitätskomponente mit 18 Helfern, drei Krankentransportwagen und einem Gerätewagen Sanitätsdienst zur Einsatzstelle entsandt.

Insgesamt waren 30 Feuerwehr- und 40 Rettungsdienstfahrzeuge vor Ort. Es war der bislang größte Einsatzalarm, der im oberbergischen Kreis ausgelöst wurde. „Bei der möglichen Anzahl von Verletzten musst man vom Schlimmsten ausgehen“, führte Kreisbrandmeister Frank-Peter Twilling aus. „Gott sei Dank haben alle Beteiligten, vom Pflegepersonal über die Feuerwehr bis zum Rettungsdienst, hervorragende Arbeit geleistet.“

Dies sah auch Landrat Hagen Jobi so, der gemeinsam mit Kreisdirektor Jochen Hagt nach Marienheide geeilt war, sich einen Überblick über die Lage verschafft hatte und den 130 Feuerwehrleuten sowie 100 Rettern des Deutschen Roten Kreuzes und Malteser Hilfsdienstes für ihren Einsatz dankte.

Das betroffene Stockwerk wurde nur leicht in Mitleidenschaft gezogen und kann wohl schon bald wieder genutzt werden.

Die Kripo hat Ermittlungen aufgenommen. Mit Ergebnissen zur Brandursache wird nicht vor dem heutigen Montag gerechnet.

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