Saftige Strafe für renitenten Rentner

Meinerzhagen - Der Tod seiner Frau hatte einen Rentner mächtig getroffen. Er verfiel dem Alkohol. Damit einher gingen allerdings sechs Straftaten - alle wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheitsfahrt und Beleidigung. Wegen eines solchen Vorfalls musste sich der Meinerzhagener nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Am 25. Oktober vergangenen Jahres gönnte sich der Mann einen Umtrunk in seiner Wohnung. Dann, so gab der Angeklagte an, wollte er das Auto vor seiner Tür von Schnee befreien. „Ich hatte nichts anderes zu tun“, erklärte der Rentner. Doch beim bloßen Befreien des Wagens blieb es nicht. Nein, der Rentner musste nun auch noch überprüfen, ob der Wagen ansprang. Das tat er, was den 74-Jährigen auf die Idee brachte, in einem nahegelegenen Getränkemarkt in Meinerzhagen alkoholischen Nachschub zu besorgen. Als er aus dem Geschäft kam, warteten draußen schon zwei Polizistinnen. Sie waren gerufen worden, weil eine Frau beobachtet hatte, wie der Angeklagte mit dem Auto fuhr.

„Ich habe sofort den Alkohol gerochen“, gab eine der Beamtinnen im Zeugenstand an. Ihre Kollegin und sie wollten den Rentner für eine Blutentnahme mit auf die Wache nehmen. Dagegen habe sich der 74-Jährige jedoch vehement gewehrt. Beim Anlegen der Handschellen habe er sich auf den Boden fallen lassen, sich am Bein einer Polizistin festgekrallt und laut um Hilfe geschrien. Am Streifenwagen habe er sich gegen das Fahrzeug gestemmt, weil er nicht hinein wollte. „Ihr kommt aus der Hölle, dumme Ziegen, bescheuerte Weiber, euch hat der Teufel geschickt“, habe der Mann geschrien. Einen Teil der Beleidigung räumte der Angeklagte ein. Und ja, er habe sich etwas gewehrt. Aber nur, weil die Handschellen geschmerzt hätten.

Zur Tatzeit stand der Rentner unter dreifacher, laufender Bewährung. Der Bewährungshelfer berichtete, dass der Mann meist den ganzen Tag in seiner Wohnung sitze und dem Alkohol sehr zugetan sei. Eine Therapie lehne der 74-Jährige ab. Bei der jüngsten Verurteilung - die ebenfalls durch den Richter im Amtsgericht Meinerzhagen ergangen war - habe er das Auto des Rentners eingezogen, um dem ganzen einen Riegel vorzuschieben, erklärte der Vorsitzende. Daraufhin habe sich der Angeklagte einen neuen Wagen besorgt.

„Eine weitere Bewährung geht einfach nicht mehr“, machte der Richter dem 74-Jährigen den Ernst der Lage klar. Acht Monate und zwei Wochen Haft sowie 18 Monate Führerscheinsperre, lautete am Ende das Urteil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare