Die Landstraße 709 bleibt gesperrt 

+
Seit zehn Monaten stellt sich die Situation auf der Landstraße 709 unverändert dar: Nur der Anliegerverkehr darf die Strecke offiziell nutzen.

Listertal - Die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeiten an der Sanierung der L 709 auch ein Jahr nach ihrem Beginn noch nicht beendet sein werden, ist groß.

Mitte April vergangenen Jahres startete die Erneuerung der Fahrbahn der rund vier Kilometern lange Strecke zwischen Oesterfeld und Krummenerl. Geschätzte Kosten: rund 2,4 Millionen Euro. Während man mit geschätzten Mehrkosten von bislang 100 000 Euro finanziell noch im Rahmen liegt, ist dieses beim Zeitplan ganz und gar nicht mehr der Fall. Aus ursprünglich vier bis fünf Monaten geplanter Bauzeit sind mittlerweile zehn Monate geworden und ein konkreter Endtermin ist noch immer nicht in Sicht. Zwar ist hierbei zumindest in den vergangenen acht bis zehn Wochen die winterliche Witterung verantwortlich. 

Die restliche Zeitverzögerung ist aber für Außenstehende nur schwer zu vermitteln. Und auch der für die Maßnahme zuständige Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen.NRW hat gewisse Mühe alle „negativen Fakten“ aufzuzeigen. „Hier ist so ziemlich alles zusammengekommen, was passieren kann. Letztendlich ist an einem großen Teil der Strecke aus einer Sanierung ein komplett neuer Ausbau geworden“, so ein doch reichlich konsternierter Gürsel Sivel.

Ließen sich die aufgetretenen Probleme an den auf der Strecke liegenden Brücken oder am felsigen Uferbereich noch relativ zügig in den Griff bekommen (MZ berichtete), hat sich die Sicherung der Uferbereiche mittlerweile zu einem erheblichen Problem entwickelt. „Ich verstehe den Ärger der Verkehrsteilnehmer und ich bedaure die Entwicklung. Aber um jetzt hier eine dauerhafte und sichere Lösung, sowohl für die Benutzer der Straße, als auch für den Umweltschutz zu erreichen, bedurfte es umfangreicherer Überlegungen“, erläutert Gürsel Sivel. Nicht zuletzt, weil die Lister auch Zulauf zu einer Trinkwassersperre ist, lag hierbei die Messlatte hoch. 

Besonders ärgert sich Sivel darüber, dass an manchen Stellen der sanierten Strecke unter Umständen die leichte Verbreiterung der bisherigen Fahrbahn – das sollte einen positiven Effekt für den Verkehr haben –, nun negative Auswirkungen auf die Standfestigkeit der dortigen Uferbereiche mit sich gebracht haben könnte. Hauptursache dürften nach den Feststellungen der Fachleute zwar die erheblichen Auskolkungen (Aushöhlungen durch das fließende Wasser) sein, dennoch hat die umfangreicher als geplante Bearbeitung des Fahrbahnuntergrundes aus verschiedenen Gründen dabei mitgewirkt. Entgegnen will man diesem Missstand durch den Einsatz von bewährter Erde. Ein Verfahren, das Ende letzten Jahres schon im Bereich Ingemerterhammer zum Einsatz kam. 

Insgesamt an fünf Stellen wird hierzu die neue Fahrbahn wieder aufgenommen. Die notwendigen Vorbereitungen für eine Genehmigung durch die Umweltbehörden sind erfolgt. Mit einem positiven Bescheid rechnet Gürsel Sivel in spätestens vier Wochen. Ist dann der Winter kein Thema mehr, könne gebaut werden. Zeitrahmen hierfür: Nochmals vier Wochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare