Überraschende Wendung nach Prozess

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Symbolbild Statue Justitia

Meinerzhagen - Auf dem Tisch vor der Vertreterin der Staatsanwaltschaft im Amtsgericht Meinerzhagen stapelten sich die Anklageschriften. Sie brauchte einen langen Atem, um alles verlesen zu können.

In der Zeit vom 29. September vergangenen Jahres bis zum 2. März dieses Jahres hatte ein 62-Jähriger fünf Mal an Meinerzhagener Tankstellen getankt, ohne zu zahlen. Die Beträge bewegten sich dabei stets um die zehn Euro. Zu den meisten der Betrugstaten war der Angeklagte mit seinem Auto gefahren – ohne gültige Fahrerlaubnis. Der Mann bulgarischer Herkunft hatte 2016 auf seinen deutschen Führerschein verzichtet. Damit war auch seine bulgarische Fahrerlaubnis in Deutschland nicht gültig. Er habe immer nur so viel Liter getankt, wie er gerade gebraucht hat, um in Bewegung zu bleiben, erklärte er vor Gericht.

Seit 2013 war der Angeklagte bereits vier Mal – meist einschlägig – auffällig geworden. Zuletzt war er am am 4. September vergangenen Jahres unter anderem wegen Diebstahls verurteilt worden. 25 Tage später war er ohne Fahrerlaubnis erwischt worden. Am Ende verurteilte der Richter den Meinerzhagener wegen fünffachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fünffachen Betruges zu acht Monaten Haft auf Bewährung. Der Mann muss für drei Jahre mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten. Zudem verhängte der Vorsitzende eine Sperre zur Wiedererlangung einer Fahrerlaubnis von einem Jahr und ordnete den Einzug des Pkw des Angeklagten an, wenn dieser es nicht schafft, den Wagen innerhalb von einem Monat loszuwerden.

Der Richter sollte den 62-Jährigen an diesem Tag nicht zum letzten Mal gesehen haben. Während einer späteren Verhandlung, die gar nichts mit dem 62-Jährigen zu tun hatte, kam plötzlich ein Polizeibeamter in den Sitzungssaal des Amtsgerichts. Draußen hatte ein Kollege des Beamten den 62-Jährigen im Blick. Der Polizist legte dem Richter zwei Haftbefehle gegen den Angeklagten vor. In einem Fall war der 62-Jährige nicht zum Prozess erschienen, beim anderen Mal hatte er eine Geldstrafe nicht bezahlt und sollte diese nun absitzen. Der Richter beendete zunächst die aktuelle Verhandlung und hörte sich danach die Gründe des Mannes für sein Verhalten an. Mutmaßlich wanderte der 62-Jährige noch am selben Tag ins Gefängnis.

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