62-Jährige stirbt nach Ehec-Infizierung

Dem Erreger auf der Spur: Ehec ist die Ursache für den Tod einer 62-jährigen Bergneustädterin.

MEINERZHAGEN ▪ Im benachbarten oberbergischen Kreis gibt es den ersten Ehec-Todesfall.

Eine 62-jährige Infizierte aus Bergneustadt ist am Sonntagmorgen in der Klinik Merheim an den Folgen ihrer HUS-Erkrankung gestorben. Das bestätigte das Kreisgesundheitsamt Gummersbach auf Anfrage. Trotzdem entspanne sich die Situation in Oberberg, meldet das Amt. Zurzeit sind zwei Oberberger mit dem Darmkeim infiziert, Neuerkrankungen gibt es keine. Das gilt nach Auskunft des Kreisgesundheitsamtes in Lüdenscheid auch für den Märkischen Kreis. Pressesprecherin Ursula Erkens teilte mit, es habe seit Anfang Juni keinen weiteren bestätigten Fall mehr gegeben.

Im Stadtgebiet von Meinerzhagen waren zwei bestätigte Ehec-Fälle aufgetreten. Die betroffene 74-jährige Frau hat offenbar die Erkrankung gut überstanden und muss nicht weiter stationär behandelt werden. Keine Angaben gibt es derzeit zum Zustand im Fall eines 48 Jahre alten Meinerzhageners. Beide hatten sich offenbar bei Aufenthalten in Norddeutschland infiziert.

Nach Informationen der Oberbergischen Volkszeitung (OVZ) hatte sich der Zustand der Frau aus Bergneustadt vor zehn Tagen dramatisch verschlechtert. Die 62-Jährige musste sogar reanimiert werden. Danach habe sie sich wieder erholt. Zum Schluss waren die Komplikationen jedoch offenbar zu schwer.

Wie die zwei weiteren oberbergischen Ehec-Erkrankten hatte sich auch die Bergneustädterin in Norddeutschland angesteckt, wo sie rohe Lebensmittel gegessen hatte. Sie wurde zunächst im Gummersbacher Krankenhaus behandelt. Als bei ihr Ende Mai zusätzlich das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ausbrach, wurde sie gemäß dem Standardvorgehen nach Merheim verlegt. HUS ist ein schwerer und manchmal tödlicher Verlauf der Krankheit, bei dem neben blutigem Durchfall zudem Nierenversagen und Blutarmut auftritt.

Auf dem Weg der Besserung befinde sich die 77-jährige Nümbrechterin, meldet Dr. Thomas Bauer vom oberbergischen Gesundheitsamt. Auch sie war am HU-Syndrom erkrankt, nachdem sie sich im Norden aufgehalten hatte. Der dritte infizierte Oberberger, ein 34-jähriger Reichshofer mit Zweitwohnsitz in Norddeutschland, wird weiterhin dort behandelt. Dr. Bauer: „Alle Oberberger haben sich vermutlich in Norddeutschland infiziert. In keinen Nahrungsmitteln, die in Oberberg überprüft wurden, konnten Erreger nachgewiesen werden.“

So ist ein Aufenthalt in Norddeutschland auch für Oberbergs Ärzte ein entscheidendes Kriterium bei der Diagnose. Gezielt fragen sie Patienten, ob ihr Durchfall blutig-wässrig ist und ob sie binnen der vergangenen vier Wochen im Norden unterwegs waren. Nur dann wird der Ehec-Test angewendet. Den führen nicht alle Praxen selbst durch, berichtet Dr. Bauer: „Viele Erkrankte werden zum Test ins Gummersbacher Krankenhaus geschickt.“ Hier wird ein Test vorgenommen, der nach 30 Stunden Gewissheit verschafft. Bis dahin werden die Patienten isoliert, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Insgesamt sind im Klinikum Oberberg seit Ausbruch der Infektion 20 solcher Tests durchgeführt worden. Noch bis Mitte vergangener Woche wurde dem Gesundheitsamt des oberbergischen Kreises täglich ein Verdachtsfall gemeldet, so Dr. Bauer: „Doch kein einziger hat sich bestätigt.“ Weiterhin gelten die Vorsichtsmaßnahmen, die der Kreis im Internet veröffentlicht hat: Regelmäßiges Händewaschen und besondere Hygiene in der Küche können wirksam schützen. ▪ -fe

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