46-Jähriger unterschlägt Geld aus Spielautomaten

Ein Kiersper erhielt wegen Unterschlagung in 77 Fällen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr aufgebrummt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

MEINERZHAGEN ▪ Die Idee war so einfach wie verworren: Ein 46-jähriger Kiersper arbeitete in einer Meinerzhagener Spielhalle – dort entwendete er 2009 in einem Zeitraum von drei Monaten Geld aus der Kasse und füllte damit offiziell die Spielautomaten auf.

Das Kleingeld kam auch in die Geräte, doch auf einem anderen Weg: In 78 Fällen hat der damalige Spielhallenaufseher rund 10 000 Euro selbst beziehungsweise über andere für das Glücksspiel verwendet. So sollte die eigene Gewinnchance erhöht werden.

Aus diesem Grund musste sich der zweifache Familienvater heute vor dem Amtsgericht Lüdenscheid verantworten. Neben ihm auf der Anklagebank saß ein Meinerzhagener, der laut Staatsanwaltschaft das Geld verspielt und den Hauptangeklagten unter Druck gesetzt haben soll.

„Dadurch, dass das Geld im Kreislauf der Spielhalle geblieben ist, dachte ich, dass es nicht auffällt“, erklärte der Kiersper. Woran er nicht dachte: Die Computer der Spielautomaten werden in regelmäßigen Abständen von der Geschäftsführung ausgelesen.

In den drei Monaten sind rund 10 000 Euro verspielt worden. Laut dem Kiersper seien rund 3000 Euro Gewinn durch den Meinerzhagener erzielt worden. Er selbst habe somit zwischen 1300 und 1500 Euro als Beteiligung erhalten.

Der Kiersper sprach von einem „enormen seelischen Druck“, der auf ihm gelastet habe und er „glücklich“ sei, mit diesem Kapitel nun abschließen zu können. Daher legte er ein umfassendes Geständnis ab. Bei der Aussage belastete er den Meinerzhagener. Dieser widersprach: „Ich habe Geld verliehen, das habe ich wiederbekommen und damit gespielt. Ich habe nichts davon gewusst, dass das Geld von der Spielhalle war.“

Um die Einstellung eines der 78 Verfahren bat die Staatsanwaltschaft mit der Begründung, dass es sich „nur um zwei Euro handelte“. Für die 77 Fälle von Unterschlagung erhielt der Kiersper eine Freiheitsstrafe von einem Jahr – die zur Bewährung ausgesetzt wird. Als Auflage muss er 75 Stunden Sozialdienst leisten. Aufgrund des Mangels an Beweisen ist der Meinerzhagener freigesprochen worden. ▪ mc

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