44-jähriger Volmestädter muss ins Gefängnis

Am Landgericht Hagen wurde ein 44 Jahre alter Meinerzhagener heute zu drei Jahren Haft verurteilt.

MEINERZHAGEN/HAGEN ▪ Eine dreijährige Haftstrafe verhängte die Schwurgerichtskammer am Landgericht Hagen heute gegen einen 44-jährigen Meinerzhagener.

Die Richter werteten die Messerattacke des Mannes auf einen Immobilienkaufmann als gefährliche Körperverletzung. Als versuchten Totschlag, wie es noch der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gefordert hatte, sah die Kammer unter Vorsitz von Richter Dr. Frank Schreiber das Geschehen im Februar in einem Büro an der Hauptstraße nicht an.

Damit blieb das Landgericht in seinem Urteil unter dem Strafantrag des Anklagevertreters, der eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert hatte. Der Nebenklagevertreter beantragte eine Strafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, die beiden Verteidiger des Angeklagten eine Bewährungsstrafe.

Diese schloss Schreiber in der Urteilsbegründung jedoch aus. Auch wenn der 44-Jährige im Anschluss an eine verbale und dann tätliche Auseinandersetzung wahrscheinlich von seiner eigenen Tat geschockt gewesen und mit den Worten „Was habe ich getan?“ zurückgewichen sei, sei der Messerstich als eine gefährliche Körperverletzung von „richtig dickem Kaliber“ gewesen. Wäre der Stich um Zentimeter oder nur Millimeter in eine andere Richtung gegangen, wären lebensgefährliche oder tödliche Verletzungen die Folge gewesen.

In den offenen Vollzug

Allerdings, so der Richter, wollte die Schwurgerichtskammer dem nicht vorbestraften Angeklagten die Möglichkeit geben, die Haft im offenen Vollzug zu verbüßen. Auch mit Bezug auf das psychiatrische Gutachten über den 44-Jährigen nahm das Gericht an, der Mann sei am fraglichen Abend „ausgeflippt“. Der Meinerzhagener war wütend darüber, dass das Haus, für das er sich interessierte, an jemand anders verkauft worden war.

Versuche, im Verfahren die Glaubwürdigkeit des 36-jährigen Opfers in Frage zu stellen, brachten Schreiber in Rage: „Das hier ist kein Tribunal gegen Geschädigte.“ Der Immobilienkaufmann selbst betonte, mit dem Beschuldigten offen umgegangen zu sein. So sei der 44-Jährige darüber informiert gewesen, dass es noch einen weiteren Interessenten für das Haus gegeben habe. ▪ axk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare