Mit 1,95 Promille ans Steuer seines Autos gesetzt, um mehr Bier zu holen

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Mit diesem Kleinwagen geriet der Fahrer in die Leitplanke.

Meinerzhagen  - Munteres Zechgelage an der Lister. Als der Vorrat an alkoholischen Getränken zur Neige geht, begeht ein 35-jähriger Meinerzhagener einen folgenschweren Fehler.

Ein paar Kumpel hatten sich am 30. Juni am Listersee in Valbert getroffen, um gemeinsam zu trinken. Um kurz nach 20 Uhr ging ihnen der Alkohol aus. Einem 35-Jährigen reichten seine 1,95 Promille noch nicht. Er setzte sich ans Steuer seines Wagens und machte sich auf, um Nachschub zu besorgen.

Auf der L 707 geriet er in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn. Sowohl ein sich darauf befindlicher Lkw, als auch ein Pkw konnten durch schnelles Ausweichen nur knapp Zusammenstöße verhindern. Der Betrunkene zog sein Fahrzeug nach rechts rüber, verlor die Kontrolle, krachte gegen die Leitplanke und drehte sich. Glücklicherweise war keiner Person etwas passiert. Am Fahrzeug des Mannes entstand jedoch Totalschaden. Nun fand sich der Fahrer im Amtsgericht Meinerzhagen wieder. Er verließ den Saal mit einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und 18 Monaten Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis.

Verurteilt wurde der Meinerzhagener wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Der Fahrer des Pkw, der dem Angeklagten hatte ausweichen müssen, erklärte im Zeugenstand, der 35-Jährige sei mitten auf der Straße gefahren. Nachdem sich sein Auto gedreht hätte und zum Stehen gekommen sei, sei der Angeklagte ausgestiegen: „Ich habe ihn gestützt. Er hat gelallt.“ Eine Fahrerlaubnis konnte der Meinerzhagener nicht vorweisen.

Der Angeklagte sah ein, dass er einen Fehler gemacht hatte. Und das nicht nur am 30. Juni. „Es gibt einiges an Vorbelastungen“, bemerkte der Richter mit Blick in den Auszug des Bundeszentralregisters. In Zahlen: Elf Eintragungen wegen Diebstahls, Betrugs, Erschleichens von Leistungen. Zuletzt war der 35-Jährige am 22. August im Amtsgericht Hannover wegen Diebstahls mit Waffen zu vier Monaten mit Bewährung verurteilt worden. Er hatte Käse für 2,48 Euro gestohlen und dabei ein Messer in der Tasche gehabt. Diese Strafe bezog der Richter in Meinerzhagen in seine Entscheidung mit ein.

Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. Der Angeklagte muss als Auflage 600 Euro an die Staatskasse zahlen und mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten. Neben der vielen Vorstrafen sprach auch der Umstand, dass sich der Meinerzhagener zur Tatzeit unter laufender Bewährung stand, gegen ihn.

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