Kai Krause tritt gegen Jan Nesselrath an

Kai Krause, aktuell Fraktionsvorsitzender der Liberalen, tritt für die FDP bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai an.

Meinerzhagen - Die Bürgermeisterwahl am 25. Mai wird in Meinerzhagen doch keine Ein-Mann-Schau: Die Liberalen der Volmestadt bestimmten im Rahmen ihres Parteitags am Dienstagabend Kai Krause zum Bürgermeisterkandidaten. Damit hat der von CDU und SPD unterstützte Jan Nesselrath doch noch einen Konkurrenten um das höchste Amt im Rathaus.

Von Frank Zacharias

Mitte Januar hatte Krause noch im Gespräch mit unserer Zeitung betont, dass eine Ein-Mann-Wahl seinem Demokrativerständnis widerspreche – nun hat er die Konsequenz aus dieser Ablehnung gezogen und sich selbst als potenzieller Bürgermeisters ins Spiel gebracht. Ein Entschluss, der schon länger gereift ist, wie er im Vorfeld der Versammlung erklärte. „Ich habe schon vor mehr als einem Jahr mit dem Kreisvorsitzenden und dem damaligen heimischen Fraktionsvorsitzenden zusammengesessen, um über das Thema zu sprechen“, so Kai Krause. Den entscheidenden Ruck habe ihm aber seine Frau gegeben: „Sie hat mich Ende vergangenen Jahres gefragt, warum ich das nicht einfach mache. Und das hat mir gezeigt, dass ich den Rückhalt aus der Familie habe.“

Kai Krause ist 30 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder im Alter von eins, drei und fünf Jahren. Er ist seit 2001 bei den Jungliberalen aktiv, ein Jahr später trat er in die FDP Meinerzhagen ein, bei der er von 2004 bis 2008 stellvertretender Vorsitzender und anschließend bis 2012 Vorsitzender war. Im Dezember 2013 trat er die Nachfolge Thomas Sandens als Ratsmitglied der Liberalen an. Mit viel Einsatz und einer breiten Themenpalette will Krause die Meinerzhagener Wählerschaft von sich überzeugen. Dass sein Alter ein Hindernis auf dem Weg auf den Bürgermeisterstuhl sein könnte, denkt der diplomierte Verwaltungswirt – der überdies seit 19 Jahren in der Feuerwehr ist – nicht.

„Ein Bürgermeister muss nicht nur Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürgern sein, sondern er sollte auch Ahnung von der Verwaltung haben. Da sehe ich mich gegenüber dem politischen Mitbewerber im Vorteil.“ Seinem Studium mit den Schwerpunkten Verwaltungsrecht, öffentliches Dienstrecht und öffentliche Finanzwirtschaft folgte der Aufstieg bei der Bundespolizei-Inspektion Köln: Dort ist er Gruppenleiter. Die Palette der politischen Positionen, die der FDP-Fraktionsvorsitzende einnimmt, ist breit. Vor allem den demographischen Wandel will Krause bei seiner möglichen Amtszeit im Blick haben. „Es reicht nicht, barrierefreien Wohnraum bereitzuhalten. Daneben müssen auch die medizinische Versorgung, die Mobilität sowie Dienstleistungen und Güter des täglichen Bedarfs im Umfeld verfügbar sein“, fordert Krause. Ein Einzelhandelskonzept oder auch die Einführung eines Bürgerbusses seien Ansätze, um diese Angebote zu erhalten. Auch bei der Ansiedlung von Fachärzten könnte der Bürgermeister seiner Meinung nach eine größere Rolle spielen.

Und auch einen Seitenhieb in Richtung seines Mitbewerbers ums Bürgermeisteramt Jan Nesselrath teilte Kai Krause nach Bekanntgabe seiner Kandidatur aus. „Als wir die Teilhabe älterer und nicht mehr mobiler Menschen aus den ländlichen Gebieten forderten, wurden wir nur belächelt. Für uns sollte jeder die Möglichkeit haben, am politischem Prozess teilzuhaben“, erinnerte Krause an den FDP-Antrag auf eine Live-Übertragung der Ratssitzungen. Von der damaligen Ablehnung der „großen Koalition“, wie er sie nennt, lässt sich Krause jedoch nicht abschrecken. „Ich will die Leute davon überzeugen, dass ich der bessere Kandidat bin.“

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