2011 wesentlich weniger Besucher in den Freibädern

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Auch in das Freibad an der Oststraße kamen im vergangenen Sommer wesentlich weniger Besucher. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Wir haben die Spielenachmittage angeboten. Wir haben die Schlechtwetterreglung über das Internet transparenter gemacht. Insgesamt wurde die Attraktivität der Freibäder Meinerzhagen und Valbert deutlich erhöht.“

Oliver Busch von der Stadt ist für die beiden Freibäder zuständig – und mit den Besucherzahlen in der gerade abgelaufenen Saison alles andere als zufrieden.

An den Gründen für das „Desaster“ kann allerdings niemand etwas ändern. Auch Busch ist da machtlos: Der nasse und über lange Phasen zu kalte Sommer hat nicht nur den heimischen Wasserfreunden einen Strich durch die Rechnung gemacht, sondern auch der Stadt. Die nämlich unterhält die beiden extrem teuren Bäder und bleibt nun auf einem Teil der Kosten sitzen. Denn die Eintrittsgelder konnten die Ausgaben in diesem Sommer auch nicht annähernd decken. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie schlecht der Besuch 2011 tatsächlich war. 6760 Gäste wurden im Valberter Bad registriert, in Meinerzhagen kamen 18 655 Besucher. Damit wurden nur gut die Hälfte der in guten Sommern üblichen Besucherzahlen erreicht. Was das für eine Auswirkung auf die Einnahmen hat, ist leicht nachzuvollziehen. 10 000 Euro waren in diesem Jahr für Valbert einkalkuliert, 70 Prozent dieser Summe wurden erreicht. An der Oststraße wurden 25 000 Euro einkalkuliert, tatsächlich blieben die Einnahmen etwa um ein Drittel unter diesem Ansatz.

Freibäder sind fast immer ein Zuschussgeschäft, Einrichtungen, die sich selbst finanzieren oder sogar Gewinne abwerfen, sind sehr selten. In Meinerzhagen liegt der geplante Zuschussbedarf für die abgelaufene Saison in Valbert bei 156 000 Euro, in Meinerzhagen sogar bei 275 000 Euro. Dass diese Rechnung angesichts des schlechten Sommers nun nicht aufgeht, liegt auf der Hand.

Immerhin: Oliver Busch ist froh, dass der Trend zur Saisonkarte anhält. Diese Tickets werden bereits am Sommeranfang gekauft – das Wetter hat dabei noch keinen Einfluss. 2011 wurden 142 Saisontickets an Erwachsene verkauft, Kinder und Jugendliche entschieden sich sogar 158 Mal für die Saisonkarte. 49 Familien-Saisonkarten wurden außerdem verkauft, die „ermäßigte“ Saisonkarten erstanden 29 Volmestädter. Die Tickets berechtigen übrigens zum Eintritt in beide heimischen Freibäder. Bleibt zu hoffen, dass die Nachfrage nach diesen Karten im kommenden Jahr wieder so hoch ist und die Meinerzhagen den vergangenen Sommer schnell vergessen.

Auch überregional war dieser Sommer für die Freibad-Betreiber ein Flop: Nach Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen haben von April bis Ende Juli rund 86,5 Millionen Menschen die deutschen Freibäder besucht, über 50 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum der auch nicht guten Saison 2010. Für das Minus der bisherigen Freibad-Saison verantwortlich seien zum Teil der Monat Juni und in besonderem Maße der Monat Juli: Während im Juni nur ein Rückgang der Besuche von rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gewesen sei, habe der kühle, stark verregnete und an Sonnenstunden arme Juli bundesweit gravierende Besucherrückgänge verursacht: Etwa 74 Prozent gegenüber der Saison 2010.

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