Mit 2,38 Promille „richtig aus der Kurve geflogen“

Blutverschmiert und rabiat: Getränkemarkt-Öffnungszeit macht Kunden sauer

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Symbolbild

Meinerzhagen - Er war stets ein unauffälliger und höflicher Kunde des Getränkemarktes am Siepener Weg. Doch dann kam der 31. Juli. Es ist etwa 19 Uhr, als der 20-Jährige und ein Begleiter das Geschäft aufsuchen. Rein kommen sie nicht mehr – es ist Ladenschluss.

Das passt den beiden jungen Männern gar nicht. Die Situation eskaliert. Es kommt zum Polizeieinsatz, der zu einem Prozess vor dem Amtsgericht Meinerzhagen führte. Ein Mitarbeiter erinnerte sich bei seiner Zeugenaussage an der Gerichtstraße noch genau an den Abend: „Sie waren blutüberströmt. Das Gesicht, die Kleidung.“

Der Angeklagte habe gegen die Tür geschlagen, den Zeugen als „Hurensohn“ bezeichnet und damit gedroht, ihn umzubringen. Dann habe der 20-Jährige seine Wut an einem Werbeaufsteller vor dem Geschäft ausgelassen, ihn als Punchingball benutzt.

Schließlich habe er die Polizei und den Rettungswagen gerufen, erklärte der Mitarbeiter. Der Meinerzhagener wird nun erst einmal nicht mehr in den Getränkemarkt kommen. „Er hat unbegrenztes Hausverbot“, erklärte der Zeuge. Der Angeklagte gab im Gericht an, sich an nichts mehr erinnern zu können. In Anbetracht von 2,38 Promille auch nicht verwunderlich, bemerkte der Richter.

Erst am Abend vor der Verhandlung hatte sich der Angeklagte beim Geschädigten entschuldigt. Etwas, das der Richter wohlwollend zur Kenntnis nahm. Im Grunde sei der 20-Jährige ein ordentlicher Mensch. An dem Abend sei er nur einmal „richtig aus der Kurve geflogen“. Statt eines Urteils gab es am Ende der Verhandlung eine vorläufige Einstellung des Verfahrens. Nach dem Jugendstrafgesetz muss der Meinerzhagener 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. Tut er das nicht, droht ihm allerdings ein vierwöchiger Dauerarrest.

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