Gerichtsverhandlung

Ohne Führerschein an der Polizei vorbei

Der 20-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Meinerzhagen verantworten.
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Der 20-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Meinerzhagen verantworten.

Am 15. Februar geriet eine 20-Jährige an der Tankstelle Oststraße in Meinerzhagen in eine Verkehrskontrolle.

Meinerzhagen – Die Beamten stellen fest, dass die Frau keine Fahrerlaubnis hat. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, sich am 22. Februar, also gerade einmal eine Woche später, erneut ans Steuer ihres Wagens zu setzen. Und wo fährt sie lang? An der Polizeiwache in Meinerzhagen, direkt vor den Augen des Polizisten her, der sie sieben Tage vorher an der Tankstelle angehalten hatte.

Eine Fahrt zugegeben

Weitere fünf Tage später, am 27. Februar, soll die Frau erneut mit ihrem Wagen gefahren sein. Dieses Mal will ihre Schwester sie am Reweparkplatz in Kierspe gesehen haben. Die vielen verbotenen Fahrten bringen die 20-Jährige auf die Anklagebank des Amtsgerichts Meinerzhagen. Dort gab die Kiersperin lediglich die Fahrt am 15. Februar zu, als sie in die Polizeikontrolle geraten war. „Danach bin ich nicht mehr gefahren.“ Der Polizist, an dem die Angeklagte vorbeigefahren war, gab im Zeugenstand an, dass kein Zweifel daran bestehe, dass es die Angeklagte gewesen war, die er am 22. Februar an sich habe vorbeifahren sehen. Damit sah das Gericht auch diesen Punkt als bewiesen an.

Bezüglich der Fahrt auf dem Reweparkplatz wurde es jedoch schwierig mit dem Tatnachweis. Denn die Schwester, die die Angeklagte damals angezeigt hatte, erschien trotz Zeugenladung nicht zum Prozess. Das Gericht stellte diesen Punkt, sowie einen vorgeworfenen und von der Angeklagten abgestrittenen Diebstahl von Kinderschuhen bei Deichmann in Meinerzhagen, ein.

Fünfter Vorwurf

Auf der langen Liste der Staatsanwaltschaft stand noch ein fünfter Vorwurf: Am 14. Februar soll die Angeklagte auf dem Hohschlader Weg in Meinerzhagen beim rückwärts Ausparken ein anderes Auto berührt haben und weggefahren sein. Damit hätte sie sowohl ein Fahren ohne Fahrerlaubnis, als auch eine Unfallflucht begangen. Zu diesem Punkt wollte sich die Frau gar nicht äußern. Im Gegensatz zu zwei Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten. Ein 50-Jähriger erklärte, gerade spazieren gewesen zu sein. Da habe er gesehen, wie die Frau beim rückwärts aus einer Lücke fahrend, einen anderen Wagen touchiert hatte. Er sei zu ihr gegangen und habe sie angesprochen. Die Frau habe daraufhin gesagt, sie würde lediglich wenden, dann käme sie zurück. Doch das habe sie nicht getan, so der Zeuge. Ob es sich bei der Frau am Steuer um die Angeklagte handelte, konnte der Mann nicht sagen.

Die 20-Jährige bemerkte dazu, dass nicht nur sie, sondern auch der Vater ihres Kindes einen Schlüssel für den Wagen hätte. Und der habe eine Freundin gehabt, die ihr sehr ähnlich sah. Der zweite Augenzeuge war sich hingegen zwar nicht hundertprozentig aber doch sehr sicher, dass es die Kiersperin war, die am Steuer gesessen hatte. Er habe sich bei der Wegfahrt das Kennzeichen des Wagens gemerkt.

Zwei Vorstrafen

Zwei Vorstrafen wegen Körperverletzung und Drogenerwerbs hatte die Angeklagte im Gepäck. Bis zum Schluss blieb sie dabei, lediglich einmal gefahren zu sein. In ihrem letzten Wort erklärte sie: „Ich hätte dafür sorgen müssen, dass der Wagen nicht von anderen bewegt wird.“ Der Richter glaubte letztlich den Zeugen mehr als der Angeklagten und verurteilte die Kiersperin zu 1050 Euro Geldstrafe und erließ eine einjährige Sperre zur Erlangung der Fahrerlaubnis. Die Angeklagte habe sich „mit Dreistigkeit darüber hinweggesetzt, dass man ohne Fahrerlaubnis nicht fahren darf.“

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