19-Jähriger betrunken mit dem Auto unterwegs

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Am 18. September 2019 geriet der 19-Jährige in eine Alkoholkontrolle.

Meinerzhagen – 1200 Euro Geldstrafe und eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von vier Monaten – so lautete im Amtsgericht Meinerzhagen das Urteil gegen einen 19-Jährigen.

Der war am 18. September vergangenen Jahres um kurz vor Mitternacht auf der Oststraße in Meinerzhagen mit 1,52 Promille am Steuer seines Wagens erwischt worden. 

Im Gericht gab er die Trunkenheitsfahrt zu und versuchte diese damit zu erklären, dass er erfahren hatte, nach Abschluss seiner Ausbildung entgegen seiner Erwartung nicht vom Betrieb übernommen worden zu sein. Das wollte der Richter genauer wissen und hakte nach: „Wann haben Sie das erfahren?“ „Im Juli“, antwortete der Angeklagte. Damit ließ der Vorsitzende diese Begründung nicht gelten, da sich die Fahrt im September ereignet hatte: „Den unmittelbaren Zusammenhang erkenne ich jetzt nicht so ganz.“

In Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe kam nach und nach ans Licht, dass der Meinerzhagener in der Tatnacht gemeinsam mit Freunden getrunken hatte. Als der Alkohol knapp wurde, hatte er sich dazu überreden lassen, an der Tankstelle Jäger Nachschub zu besorgen. Zunächst gab der 19-Jährige an, lediglich Bier getrunken zu haben. Davon, so der Richter, könnte der hohe Promillewert aber nicht kommen. Schließlich knickte der Angeklagte ein und gab zu, auch Whisky konsumiert zu haben. 

Zu Beginn der Einlassung hatte der Verteidiger angebracht, sein Mandant habe sich noch fahrtüchtig gefühlt. Das glaubte der Vorsitzende nicht: „Da glaubt man nicht, dass man noch fahren kann. Da glaubt man nur noch, dass man nicht erwischt wird.“ Vorstrafen brachte der 19-Jährige nicht mit, ein Punkt, der für ihn sprach. Negativ wirkte sich hingegen der Grad der Alkoholisierung aus. 

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte dem jungen Mann deutlich vor Augen, wie viel Glück er hatte, dass nichts passiert war. „Es ist eine sehr, sehr erhebliche Alkoholisierung. Es ist auf jeden Fall kein Kavaliersdelikt.“ Der Verteidiger sprach in seinem Plädoyer von Gruppenzwang und einer schwachen Persönlichkeit seines Mandanten, der dem damaligen Freundeskreis mittlerweile den Rücken gekehrt habe. „Der Vorfall war mir auf jeden Fall eine Lehre. Ich weiß, dass ich nicht nur mich, sondern auch andere in Gefahr gebracht habe“, zeigte sich der Angeklagte reuig. Er akzeptierte das Urteil sofort.

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