Zwischen Normalität und Wahnsinn

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Sein neues Theaterstück probte das Ensemble „Zeus und Consorten“ in dieser Woche erstmals auf der Bühne im Pädagogischen Zentrum. ▪

KIERSPE ▪ „Und wo lande ich jetzt, wo ich mich endlich aus der Gummizelle befreien konnte – bei einer Verrückten. Aber eigentlich ist sie doch ganz bezaubernd. Ich könnte mich glatt in sie verlieben. Und schließlich bin ich ja selbst ein Idiot. Was macht es denn da?“, resümiert Claudia Klinke alias Kuno Rechenschieber zum Ende des vierten Bildes lakonisch. Mit Gelächter und Applaus quittieren ihre Schauspielkollegen den überzeugenden Auftritt.

In ihrem neuen Theaterstück haben sich „Zeus und Consorten“ den „ganz alltäglichen Wahnsinn“ vorgeknöpft. Nach der Dreigroschenoper im vergangenen Jahr, steht jetzt die Gesellschaftssatire „Alles ganz normal?“ von Martin Willi auf dem Spielplan. „Ein Stück, in dem der Humor nicht zu kurz kommt“, verspricht Regisseurin Martina Schnerr-Bille, die das Ende etwas umgeschrieben hat.

Seit dieser Woche probt das Ensemble abends im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule, teilweise bereits mit Kostümen und Requisiten. Nach viermonatiger Vorarbeit, in der die Texte bearbeitet, die Rollen vergeben und fleißig einstudiert wurden, beginnt jetzt die heiße Phase. Die größte Herausforderung sei es, so richtig bösartig und unsympathisch aufzutreten, waren sich die meisten Schauspieler einig.

„Man muss zuerst in die Rolle hineinfinden. Besonders, wenn man als Frau einen Mann spielen muss oder umgekehrt. Das klappt erfahrungsgemäß deutlich besser, wenn man in sein Kostüm schlüpft und die Requisiten schon bereitstehen“, erzählt Martina Schnerr-Bille von ihren Erfahrungen.

Seit 2007 besteht das Ensemble jetzt bereits, aktuell mit 16 weiblichen und vier männlichen Mitgliedern. Bei „Alles ganz Normal?“ kommen alle Schauspieler zum Einsatz.

„Diesmal sind die Rollen doppelt besetzt, damit wir bei plötzlichen Erkrankungen nicht wieder bibbern müssen“, erklärt die Regisseurin. Und dann ruft sie ihre Akteure zur nächsten Szene auf die Bühne, korrigiert hier die Körperhaltung und fordert dort zu einer anderen Betonung auf.

Ganz häufig aber gibt es Lob und immer wieder fröhliches Gelächter. Denn im „gelben Haus der Normalität“, in das Hauptperson Kuno Rechenschieber gebracht wird, nachdem er bei der Fließbandarbeit ausgerastet ist, wimmelt es nur so von sympathisch-skurrilen „Durchgeknallten“. Und dass es sich dabei nicht nur um Patienten handelt, sondern genau so um den Arzt und das Pflegepersonal, das dämmert schon nach kurzer Zeit nicht nur Kuno.

Gute Unterhaltung ist dem Publikum garantiert, wenn sich am Sonntag, 13. März, um 19.30 Uhr im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Kierspe der Vorhang zur Premiere hebt. Weitere Aufführungen gibt es außerdem am Dienstag, 15. März, um 19.30 Uhr im Anne Frank Gymnasium in Halver, am Sonntag, 20 März, um 19 Uhr in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth und am Dienstag, 22. März, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Meinerzhagen. ▪ msh

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