Zweites Freakstock-Festival auf Gut Haarbecke

+

Kierspe – Wieviele Begegnungen sind möglich, wenn weit mehr als 2000 Menschen auf dem Gelände von Gut Haarbecke ein fröhliches Fest miteinander feiern? Musik, Selbstbesinnung und die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen standen drei Tage lang auf dem Programm in dem Zeltdorf, dessen Einwohnerzahl vorübergehend etwa ebenso groß war wie jene von Rönsahl.

Freakstock-Sprecherin Julia Kolbe freute sich über Besucher, die auch eine Anreise aus den Vereinigten Staaten oder Indien nicht scheuten. Der himmlische Petrus, der vor einem Jahr die Besucher des ersten Freakstock-Festivals auf dem Gutsgelände noch mit Sonne satt verwöhnte, hatte sich diesmal etwas Besonderes ausgedacht: Kleinere bis etwas größere Schauer stärkten das Empfinden für das weitgehend angenehme Wetter und förderten die Gemeinschaft. 

Als die drei Musiker der Band „Die ehrlichen Arbeiter“ auf der „art-Land-Bühne“ auftraten, ließ ein Schauer die Zuhörer vor und unter dem Bühnenzelt zusammenrücken: „Kommt zu uns!“, lautete die klare Botschaft, und es folgte ein Konzert, das mit seinen Gospels und vertrautem christlichen Liedgut zum fröhlichen Mitsingen einlud. Bevor der Klassiker „We shall overcome“ erklang, wandte sich der Gitarrist und Sänger Jonathan Hoffmann „gegen alle Arten von Ungerechtigkeit und Unterdrückung“. 

Freakstock-Festival auf Gut Haarbecke

Wie schon am Abend zuvor der Folksänger Orion Walsh lockte die handgemachte und wenig verstärkte Musik viele Besucher zu einem Programm, das auch einem Lagerfeuer alle Ehre hätte machen können. Ein – nur in musikalischer Hinsicht – extremes Kontrastprogramm erlebten die Besucher im ehemaligen Kuhstall, aus dem der Q-Stall wurde: Das Duo „Park + Riot“ bot einen beeindruckend martialischen Auftritt irgendwo zwischen Heavy Metal und Punk, der das Publikum ordentlich aufmischte. Es wurde Pogo getanzt – ohne Verletzte. Schon die Ansage, dass die Musiker die Trennung zwischen Bühne und Publikum gerne aufheben würden, war sozialrevolutionär im Kleinen und passte zum T-Shirt „Refugees welcome“. „No borders, no nations – stop deportation!“, klang es aus dem Publikum zurück. Die beiden Berserker schreckten in ihren kurzen Ansagen auch nicht vor Kritik an rechtsgesinnten Christen zurück, die den barmherzigen Samariter und den Heiligen Martin am liebsten aus der Überlieferung streichen würden. Dieser Auftritt hatte Kraft. 

Es war insgesamt eine recht starke Konkurrenz, der gegenüber sich das „Herzstück“ zu behaupten hatte. Aber wie immer gab es genügend Publikum für alle Bühnen. Auch auf der Hauptbühne herrschte eine große Vielfalt unterschiedlicher Musikstile – vom Krautrock der Band „Sea Moya“ über den Folk der „Manana People“ und den Indie Pop von „Lion Lion“ bis zum Rock in den Spielarten Classic, Indie und Noise.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare