1000 Metal-Fans feiern und tanzen auf Gut Haarbecke

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Zwei Tage vorher noch in Wacken und am Samstag dann in Rönsahl: die Band Grailnights, die eine fantastische Show bot.

Kierspe - Der Bass brachte das Zwerchfell zum Zittern, die satten Gitarrenriffs und das Schlagzeug ließen den Puls an Tempo zunehmen: Bäääm, das Metal-Festival auf Gut Haarbecke war voll in Fahrt.

Gut 1000 Metal-Fans schlugen am Freitag mit ihren Autos nicht den Weg Richtung Wacken, sondern nach Kierspe-Rönsahl ein und nicht nur sie, auch Veranstalter Volker Raabe war mit dem Verlauf der zweiten Auflage des Events hochzufrieden.

„Sogar fünf Metal-Fans mit nicht entwerteten Wacken-Karten sind zu uns gekommen“, berichtete Volker Raabe stolz. „Nachdem sie die Fotos von den Schlammmassen auf Facebook gesehen hatten, sind sie gleich zu uns durchgefahren.“

Während im vergangenen Jahr beim ersten Metal-Festival auf Gut Haarbecke noch Bands auftraten, mit denen der Veranstalter lange befreundet war, hatte er in diesem Jahr Gruppen aus den unterschiedlichsten Metal-Richtungen verpflichtet. Die Hauptbands waren nun schon etwas größer und bekannter, wie zum Beispiel Refuge, Grailknights und Debauchery. Zu dem Auftritt von Refuge am Freitagabend waren sogar drei Fans extra aus den USA angereist, um sich den Zwei-Stunden-Gig der Band zu gönnen. Gleich nach ihrem Auftritt waren diese Jungs wieder auf dem Weg zum Flughafen und in die Staaten unterwegs.

Während 2014 die Besucher zu 65 Prozent außerhalb von NRW anreisten und zu 35 Prozent aus der Region kamen, war es diesmal ausgeglichen. „Mein Ziel ist es, demnächst 90 Prozent aus der Region als Publikum zu haben und die restlichen 10 Prozent von außerhalb“, so Raabe.

„Die Atmosphäre und die Musik gefallen uns“

Lange wallende Haare, Sonnenbrille, schwarze Kleidung – dies sind die Markenzeichen der Metal-Fans. Entspannt feiern und tanzen sie auf Gut Haarbecke zu ihrer Lieblingsmusik. Das Bäääm-Festival suchen viele von ihnen bewusst aus. Jens, behütet mit einem alten Safarihut seines Großvaters, ist aus Erfurt angereist, besucht bereits sein achtes Festival in diesem Jahr. „Die Musik klingt hier gut, man steht unter dem Fallschirm nicht in der Sonne und die Toiletten sind keine Dixis“, fasst er die Vorteile zusammen. Doch dann hat Jens keine Zeit mehr. Er habe eine Verabredung mit der Band Necronomicon, sagt er verschmitzt. „Bis später.“

Rund 1000 Heavy-Metal-Fans beim Bäääm-Festival

Während Jens vor der Bühne nun seine Haare kreisen lässt, sitzen André, Tascha, Volker, Anna und Chucky aus München, Meinerzhagen und Wipperfürth entspannt unter ihrem Partyzeltdach und lassen es sich gut gehen. Sie waren bereits im vergangenen Jahr beim Bäääm-Festival. „Wacken ist uns zu groß und zu teuer“, darin sind sie sich einig. „Wacken ist für uns kein Metal-Festival, es ist Zirkus. Uns gefällt es hier besser.“

Einen Familienausflug machen hingegen Bettina aus Balve, Heiko aus Neuenrade, Cean-Lukas und Michael aus Werdohl. „Uns gefällt die Atmosphäre und die Musik. Hier ist alles überschaubar, nicht so abgedreht und wild. Man kann mit jedem hier feiern“, waren sie sich einig.

Und dann gab’s da natürlich noch die Bands. Von Freitagnachmittag bis zum Sonntagmorgen spielten die Formationen im Stundentakt. 18 Gruppen aus Deutschland, Polen, Griechenland, der Ukraine, Italien und sogar den USA wechselten sich auf der Bühne ab. „Bäääm“, klang es auf Gut Haarbecke, und so es sich machen lässt, wird es auch im kommenden Jahr am Wacken-Wochenende wieder so sein.

Masters of Disguise eröffnen Bäääm-Festival

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