Im Zweifel für den Angeklagten

Das Landgericht Hagen sprach den 28 Jahre alten Kiersper frei.

KIERSPE/HAGEN ▪ Seit dem 23. Februar muss sich ein 28-jähriger Kiersper wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in zweiter Instanz vor dem Hagener Landgericht verantworten.Laut Anklage hatte der Mann im März vergangenen Jahres zweimal 50 Gramm Kokain bei einem Bekannten gelagert, und sich je nach Bedarf aus dem Vorrat bedient, um damit zu handeln.

Bereits im November vergangenen Jahres musste sich der Mann dafür vor dem Schöffengericht Lüdenscheid verantworten. Damals wurde er freigesprochen. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten beantragt hatte, jedoch Berufung ein.

Wie bereits in erster Instanz beteuerte der Angeklagte auch vor dem Landgericht seine Unschuld. Der Bekannte hingegen belastete den Kiersper schwer (wir berichteten).

Nach einer ausführlichen Beratung verkündete die Kammer nun ihre Entscheidung. „Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass Aussage gegen Aussage steht. Es kann durchaus so gewesen sein, wie es in der Anklage steht. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, die in Frage kommen. Es fehlen hinreichend objektive Beweise. Der Kammer sind vernünftige Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten geblieben“, so der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Und so lautete die Entscheidung schließlich Freispruch nach dem Grundsatz: „In dubio pro reo“ - Im Zweifel für den Angeklagten“. Damit kam die Kammer der Forderung von Verteidiger Jürgen Klenk nach. Die Staatsanwaltschaft hatte wie in erster Instanz eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten beantragt. ▪ jape

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