Volkstrauertag in Kierspe: Signale für den Weltfrieden

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Nenas Song von den 99 Luftballons lieferte so manchen Gedankenanstoß für die von Ortsbürgermeister Holger Scheel und Manuela Marcus gehaltene Rede zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Rönsahl.

Rönsahl/Kierspe - Im neuen Gewand, moderner in der Ausdrucksweise, zeitgemäßer als in langen Jahren zuvor und so, dass sich alle Altersstufen angesprochen und ins Geschehen eingebunden fühlen konnten: So stellte sich am Sonntag am Volkstrauertag die Gedenkfeier am Ehrenmal in Rönsahl für die Opfer von Krieg und Gewalt dar.

Und das zahlte sich aus. Anders als noch in manchem Jahr zuvor hatte sich diesmal eine große Zuhörerzahl am Ehrenmal eingefunden, um der von verschiedenen Beiträgen von Kirchen- und Posaunenchor umrahmten Gedenkfeier beizuwohnen.

Das Gedenken an das nun bereits 100 Jahre zurückliegende Ende des 1. Weltkriegs und das schreckliche Geschehen jener Zeit und bei zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in späteren Jahren hatten Ortsbürgermeister Holger Scheel und Manuela Marcus in den Mittelpunkt ihrer in Anlehnung an den von Schlagersängerin Nena verfassten Song von den 99 Luftballons gemeinsam gehaltenen Rede gestellt. 

Rückblick auf zwei große Kriege

In eindrucksvoller Weise gingen die Redner auf die Sinnlosigkeit jedweden Kriegsgeschehens ein, kamen dabei auch auf das auch in unseren Tagen immer wieder festzustellende Säbelrasseln, das Spiel mit dem Feuer in vielen Teilen der Welt und mancherlei vermeidbare Auseinandersetzungen im alltäglichen Umgang miteinander zu sprechen, wobei der Song von den 99 Luftballons immer wieder die passenden Gedankenanstöße lieferte.

„Das Jahr 2018 lässt uns zurückblicken auf zwei große Kriege, die für Europa und Deutschland von nachhaltig umwälzender Bedeutung waren“, erinnerte Pastor Gregor Myrda von der katholischen Gemeinde am Sonntagmorgen in der Feierstunde zum Volkstrauertag auf dem Soldaten- und Zwangsarbeiterfriedhof Büscherweg. „So begann 1618 der 30-jährige Krieg, der Mitteleuropa und seine Bevölkerung auf furchtbare Weise umpflügte und veränderte. 1918 endete der erste Weltkrieg.“ Bereits 1919 wurde ein „Volkstrauertag“ zum Gedenken der Kriegstoten des ersten Weltkrieges vorgeschlagen. In den 1950er Jahren wurde dieser in den Monat November gelegt.

Gedenken an Soldaten und Zwangsarbeiter

Der Feierstunde wohnten bei die Schützen beider Kiersper Schützenvereine, die Feuerwehr, Vertreter des Turn- und Sportvereins sowie anderer Kiersper Vereine. In der Feierstunde gedachten alle Beteiligten nicht nur der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, ebenso gedachten sie der Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs. 

An zwei Stellen im Stadtgebiet legten die Schützen und die Feuerwehr jeweils einen Kranz zum Gedenken an die Verstorbenen der beiden Weltkriege nieder, einen auf dem Soldatenfriedhof und einen auf dem Zwangsarbeiterfriedhof. Fünf Gräber von polnischen Zwangsarbeitern und 22 Gräber von Menschen aus der Sowjetunion liegen auf dem Zwangsarbeiterfriedhof. Acht Gräber sind Kindergräber. Der Männerchor Kierspe gestaltete die Feierstunde musikalisch, unter anderem mit dem Lied „Heilig“ aus der Schubertmesse.

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