Zwei bis drei Alarme pro Jahr durch Meldelanlagen

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KIERSPE ▪ „Als der Kompressor heiß lief und zu einen Brand in einem Raum bei Key Plastics führte, hatte das Feuer niemand in dem Unternehmen bemerkt. Ohne Brandmeldeanlage hätte der Brand einen enormen Schaden zur Folge gehabt“, erinnert sich der Kiersper Wehrleiter Georg Würth an einen der vielen Einsätze, die von einer Brandmeldeanlage ausgelöst wurden.

Auch in diesem Jahr verhinderten solche Anlagen größere Schäden. Dabei nennt Würth das Feuer im Untergeschoss des Rewe-Marktes und den Kabelbrand, der Ende Juni in der Gesamtschule ausbrach.

Rund zwei bis dreimal im Jahr sind es die Anlagen, die auf ein Feuer in einem öffentlichen Gebäude oder einer Firma aufmerksam machen und meist durch die frühzeitige Alarmierung größere Schäden verhindern.

„Bei einer Brandmeldeanlage laufen alle Informationen, die von Rauchmeldern und Wärmesensoren kommen, in einer Brandmeldezentrale zusammen. Von dort wird dann automatisch der Alarm ausgelöst. Allerdings nur, wenn zwei Melder unabhängig voneinander ausgelöst haben“, erklärt der Wehrleiter. Neben einem Alarmsignal in dem Gebäude selbst, würde die Anlage auch immer ein Signal an die Feuerwehrleitstelle oder einen Wachdienst geben, der dann seinerseits die Leitstelle informieren würde.

Während öffentliche Gebäude wie Schulen, Seniorenzentren oder Krankenhäuser immer einen direkten Draht zur Leitstelle hätten, könnten die meisten Firmen zwischen der Feuerwehrzentrale und einem Wachdienst wählen. „Die Standleitung zur Leitstelle ist meist etwas teurer als der Kontakt zum Wachdienst, mit dem oft schon geschäftliche Beziehungen bestehen“, so Würth. Doch für das Ergebnis eines Alarmes sei es letztlich unerheblich, wo dieser „auflaufe“. „Die Alarmierung wird als qualifizierte Brandmeldung angesehen, ist also gleichbedeutend mit dem Anruf eines Zeugens, der einen Brand beobachtet.“

Selbst wenn sich der Eigentümer des Unternehmens oder ein Einrichtungsleiter melden würde, müsste doch zumindest ein Trupp samt Einsatzfahrzeug zum Ort der Alarmauslösung fahren und sich davon überzeugen, dass es sich tatsächlich um einen Fehlalarm handele. 65 bis 70 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen zählt die Kiersper Wehr in jedem Jahr. In seltenen Fällen geht der Alarm auf die mutwillige Auslösung eines Feuermelders zurück, meist sind es Rauchschwaden durch Arbeiten im Betriebsbereich, die einen Alarm auslösen. „Die Betriebe haben zwar die Möglichkeit, einen Teil der Brandmeldeanlage abzuschalten, wenn sie mit stärkerer Rauch- oder Hitzeentwicklung rechnen. Doch manchmal wird das eben vergessen. Aber auch Feuchtigkeit im Melder oder mechanische Beschädigungen, die beispielsweise ein unachtsamer Gabelstaplerfahrer verursacht, kann einen Alarm zur Folge haben.“

Unabhängig vom Grund eines Fehlalarms entstehen in einem solchen Fall Kosten. „Das sind, wenn wir nur mit einem Auto anrücken, mindestens 400 Euro“, so Würth. Abgerechnet wird dann aber nicht mit der Wehr direkt, sondern mit der Stadtverwaltung. Sollte der Fehlalarm nicht vor dem Eintreffen der Feuerwehr als solcher gemeldet sein, steigen die Kosten mit jedem Feuerwehrmann, der am vermeintlichen Brandort eintrifft. Im Normalfall wird mindestens ein Zug alarmiert. Löst die Anlage in der Gesamtschule oder im Seniorenzentrum aus, rücken zwei Züge aus. Bei der Waldheimat sind es sogar drei Kiersper Züge, ein Löschzug aus Wipperfürth, das DRK Kierspe, der Rettungsdienst und ein Notarzt. „Im Seniorenzentrum und der Waldheimat haben wir es mit Menschen zu tun, die langsamer reagieren und eine intensive Betreuung benötigen“, erklärt Würth den Aufwand.

Insgesamt sind derzeit in Kierspe 23 Brandmeldeanlagen im „Einsatz“. Eine weitere ist im Bau. Doch für die Zukunft rechnet Würth mit vielen weiteren Anlagen: „Die Eigentümer der Firmen erhalten Nachlässe bei der Feuerversicherung, wenn sie den Betrieb einer Brandmeldeanlage nachweisen können. Außerdem erhoffen sie sich durch eine frühe Alarmierung geringere Schäden und damit die Vermeidung von Produktionsausfällen samt der daraus resultierenden Lieferverzögerungen.“ ▪ jobek

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