99 Jahre Post - und was kommt dann?

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Wie lange Regina Marcus noch die Postdienstleistungen in Rönsahl anbieten kann, ist unklar.

99 Jahre ist es her, dass in Rönsahl die Post eröffnete. Noch heute trägt das alte Amtshaus in dem Grenzdorf den Namen „Alte Post“. Ob es im 100. Jahr immer noch eine Filiale der Post in dem Ort geben wird, ist nach wie vor unklar.

Rönsahl – Für Regina Marcus ist es ein Berufsleben auf Abruf. Seit Jahren betreibt sie einen kleinen Laden an der Straße Am Stade in Rönsahl. Ursprünglich ein Lebensmittelvollsortimenter mit angeschlossenem Getränkehandel im Nebengebäude sind es heute vor allem Schreibwaren, Süßigkeiten und eben Getränke, die Marcus verkauft.

Am auffälligsten ist aber in dem Ladenlokal der Postschalter, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Denn auch in Zeiten von E-Mail und Smartphone ist die Post doch unverzichtbar, denn vieles geht nach wie vor schriftlich und herkömmlich zwischen Firmen und Kunden hin- und her. Und natürlich hat auch in Rönsahl das Paketgeschäft kontinuierlich zugenommen. „Ich habe das immer gerne gemacht, doch wie es jetzt weitergeht, weiß ich auch nicht“, erzählt Regina Marcus.

Sie möchte gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Friedrich Marcus das Haus, in dem sich ihr Geschäft befindet und in dem sie viele Jahre gewohnt haben, verkaufen. Das Paar wohnt auch schon gar nicht mehr dort, hat bereits vor Monaten ein neues Haus im Ort bezogen. Doch ein Käufer hat sich bislang nicht gefunden, wobei es mittlerweile einige Interessenten gibt. „Ob ich hier weitermache, hängt von den Plänen des neuen Eigentümers ab. Ich kann mir durchaus vorstellen, den Laden dann weiterzubetreiben“, so Marcus, die dann auch die Post weiterführen würde. Würde des neue Eigentümer das Gebäude anders nutzen wollen, dann wäre das wohl auch das Ende der Post, denn rein nach den Einwohnerzahlen ist die Post nicht verpflichtet, ein Angebot in dem Ort zu unterhalten.

Der Umzug der Filiale ist bislang an zu geringem Platzangebot oder mangelndem Interesse anderer Geschäftsleute gescheitert. Obwohl Regina Marcus nicht weiß, wie und ob es weitergehen wird, hat sie vor einiger Zeit ihr Geschäftsfeld noch erweitert. Durch ständiges Anpassen des Sortiments an die Kaufgewohnheiten der Kunden sind immer mehr Flächen in dem Ladenlokal freigeworden, diese können nun von Hobbykünstlern, Trödlern, Bastlern, Hobbyschneidern, Imkern und Handwerkern genutzt werden, um ihre Produkte anzubieten. Den Verkauf selbst übernimmt Regina Marcus, die die Stellflächen an Interessenten für eine geringe Miete abgibt und vom Verkaufspreis ein wenig für ihre Mühe einbehält.

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