Die Zukunft der Pfarrei St. Maria Immaculata

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Aus Valbert, Meinerzhagen und Kierspe waren zahlreiche Gemeindemitglieder ins Gemeindehaus St. Josef gekommen, um erste Ergebnisse zu erfahren.

Kierspe - Der Entwicklungsprozess der Pfarrei St. Maria Immaculata hat ein weiteres Etappenziel genommen. Am Samstagnachmittag präsentierten Vertreter der verschiedenen Arbeitsgruppen im Gemeindehaus St. Josef erste Ergebnisse ihrer Arbeit.

Bis 2030 muss die Pfarrei mit ihren Teilstandorten Kierspe, Meinerzhagen und Valbert die Hälfte ihres Haushalts einsparen und dazu Vorschläge erarbeiten. Drei Arbeitsgruppen, denen eine „Schrittmachergruppe“ vorgeschaltet ist, sammeln derzeit Daten zu den Finanzen der Gemeinde, der demografischen Entwicklung und sämtlichen Facetten des aktuellen Gemeindelebens. 

Am Beispiel der Gebäude wurde die Notwendigkeit dieser Datenerhebung dargestellt: Welche Kosten verursachen sie, wie ist ihr Bauzustand? Wie und von wem werden sie genutzt? So wird die Pfarrei statt aktuell 7200 Katholiken im Jahr 2030 nur noch „knapp über“ 6000 Mitglieder haben, die Zahl der Gottesdienstbesucher wird sich von 465 auf 395 reduzieren. 

Man könne sich auch nicht darauf verlassen, dass die ältere Generation ein Stützpfeiler des Gemeindelebens bleiben werde, dieses generationsspezifische Verhalten werde sich nicht fortsetzen. Aufgaben, für die es in früheren Zeiten Hauptamtliche gab, werden in einzelnen Gemeinden längst von Ehrenamtlichen erledigt, zum Beispiel Küsterdienste. So wird Grotewiese hauptsächlich durch Ehrenamtliche aufrechterhalten, aber auch St. Engelbert. Die Kirche in Rönsahl wird in absehbarer Zeit ihre Pforten endgültig schließen. 

Die Gruppe „Visionen“ hatte, ihrem Namen entsprechend, den Auftrag Vorstellungen zu einem künftigen Gemeindeleben zu entwickeln und setzte dabei vor allem auf Laienarbeit. „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir 2030 noch eine von Hauptamtlichen gelenkte Kirche haben,“ formulierte ein Teilnehmer. 

Sollte einer der drei derzeitigen Pastoren ausfallen, werde er nicht automatisch ersetzt, ergänzte Pfarrer Thorsten Rehberg. Auch die seit einem Jahr ausgeschriebene Stelle einer Gemeindereferentin habe bis jetzt nicht besetzt werden können. 

War bis dahin vor allem von Zahlen und Fakten die Rede gewesen, rückte an dieser Stelle die Seelsorge insgesamt in den Blick: Sie werde sich verändern, darin waren sich alle einig: Die Glaubenstradierung in den Familien nehme ab, „laizistische“ Formen wie etwa die Telefonseelsorge könnten sich neu entwickeln. 

Der Theologe Heinz Deyen aus Münster begleitet den Entwicklungsprozess und moderierte auch die Vorstellungsrunde in St. Josef. Bis Ende des Jahres sollen alle Ergebnisse vorliegen, die dann in einem weiteren Schritt beurteilt werden. Für die Pfarrei gibt es eine weitere Zwischenbilanz am 11. Juni.

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