Ortstermin am ZOB und im Einkaufspark

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Rillenplatten und Noppenplatten helfen stark Sehbehinderten, sich selbständig im öffentlichen Raum zu bewegen.

Kierspe - Wie kann der Weg durch den Tunnel sicherer gemacht werden?“, „Wann wird die Bahn auch in Kierspe halten?“ oder „Ist ein Toilettenhäuschen für den Zentralen Omnibusbahnhof vorgesehen?“. Diesen und anderen Fragen des Seniorenbeirates der Stadt Kierspe stellten sich der Leiter des Sachgebietes Tiefbau Karsten Seil und der Sachgebietsleiter Planen und Bauen Rainer Schürmann. Generelle Themen waren der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) und der Einkaufspark Wildenkuhlen.

Von Gertrud Goldbach

Zuerst gab Karsten Seil einen Überblick über die umgesetzten und geplanten Bauarbeiten am ZOB. „Den Bereich hier barrierefrei zu bauen, war angesichts des Geländes sehr schwierig.“ So ist die Steigung des Gehweg bereits kritisch. Rillenplatten und Noppenplatten werden derzeit von der Kölner Straße aus Richtung ZOB eingebaut, um stark Sehbehinderten zu helfen, sich selbständig im öffentlichen Raum bewegen zu können. Dort, wo jetzt im Bereich des ZOB noch eine Wiese ist, soll demnächst ein Platz entstehen. Im oberen Bereich werden die Bordsteine abgesenkt. Eine öffentliche, sich selbstreinigende WC-Anlage ist geplant und, wenn sich ein Pächter findet, ein Kiosk. Dieser jedoch eher Ende 2017 oder später, wenn die Bahn auch Kierspe anfahren wird.

Die Anbindung an die Bahn verzögert sich noch, da die Sicherungstechnik auf der Strecke komplett überarbeitet werden muss. Ein Weg auf dem Gelände wird aufs Doppelte verbreitert – das ist möglich, weil die Bahn ihre Trasse verlegt hat. Der Überweg zur Bahn wird höhengleich sein. „Was uns das Ganze etwas schwierig macht ist, dass es keine DIN-Vorschriften gibt, wie Übergänge an Gehwegen ausgebildet sein müssen“, informierte Seil. „Es gibt jedoch einen Leitfaden, in dem Anregungen stehen. Das hat zur Folge, dass jede Stadt so baut, wie sie es für richtig hält.“ Unpraktisch fanden die Mitglieder des Seniorenbeirates das Aussteigen aus Bussen, sobald man auf einen Rollstuhl angewiesen sei. „Der Platz zwischen Bus und Glasscheibe ist viel zu schmal“, kritisierte Helga Stahl als Vorsitzende. „Wir hätten die Insel gerne breiter gemacht“, so Seil. „Doch das Gelände ließ es nicht zu.“

Auch der Einkaufspark Wildenkuhlen war für den Seniorenbeirat interessant. „Dort stört uns am meisten, dass die Schwerbehindertenparkplätze schlecht ausgeschildert sind und dass bei dem Textilmarkt Kik diese sogar mit Ständern zugestellt werden“, so Stahl. Eine Einflussmöglichkeit der Stadt gebe es dort nicht, da es sich um ein Privatgelände handle, erläuterte Schürmann. Es sei angedacht, Gespräche mit dem Eigentümer des Geländes zu führen.

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