Hand in Hand: Zahl der Bedürftigen stark gestiegen

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Ursula Schröder und Wolfgang Koll vom Vorstand des Vereins Hand in Hand informieren über die Entwicklung bei der Lebensmittelausgabe und den hohen Bedarf an Spenden.

Kierspe  - Die Bedürftigkeit wächst – und damit auch die Arbeit für die Ehrenamtlichen des sozialen Bürgerzentrums Hand in Hand. Doch letztlich können die Helfer nur dann tätig werden, wenn ihnen auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Auch wenn es im vergangenen Jahr schon mal eng war, bislang konnte der Bedarf noch gedeckt werden.

„Im Jahr 2014 haben wir durchschnittlich 300 Menschen pro Monat mit Lebensmitteln versorgt, im vergangenen Jahr waren es schon 380, wobei die Zahlen im Verlaufe des Jahres stark angestiegen sind“, erklärt Wolfgang Koll, Kassenführer des Vereins Hand in Hand. So habe man allein im Dezember Lebensmittel an 610 Besucher abgegeben. Diese starke Zunahme ist vor allem dem Zuzug der vielen Flüchtlinge geschuldet, die der Stadt von der Bezirksregierung zugewiesen wurden.

Da die Menschen, die einmal im Monat zur Lebensmittelausgabe kommen, nicht nur die gespendeten frischen Waren bekommen, sondern auch ein sogenanntes Grundsortiment mit haltbaren Lebensmitteln, benötigten die Mitarbeiter des Bürgerzentrums für den Kauf dieser Waren allein im vergangenen Jahr 24 000 Euro, die nur aus Spenden aufgebracht werden mussten. „Was nach viel klingt, relativiert sich aber schnell, wenn man die Summe durch zwölf Ausgabetermine und die vielen hundert Empfänger teilt“, erklärt Koll, der aber auch einräumt, dass man im August des vergangenen Jahres in einer Situation gewesen sei, in der man nicht gewusst habe, ob man die Kosten bis zum Jahresende weiter aufbringen könne. „Doch dann kamen glücklicherweise noch einige Großspenden, mit denen wir die Kosten dann decken konnten“, so Koll.

„Wir hoffen, auch in diesem Jahr die Spendenbereitschaft erhalten zu können“, ergänzt Schriftführerin Ursula Schröder, die auch darauf verweist, dass man sehr gut mit dem Verein „Menschen helfen“ zusammenarbeite und dieser Verein das Bürgerzentrum bei der Versorgung der Flüchtlinge sehr unterstützt habe. Außerdem hätte „Menschen helfen“ die Aufgabe übernommen, die sogenannten Begrüßungstaschen zu packen und diese im Rathaus bereitzustellen. In diesen Taschen finden die Flüchtlinge Lebensmittel, die es ihnen ermöglichen, nicht gleich am Tag Einkaufen zu müssen.

Geändert hat die starke Nachfrage aber bereits die Arbeitsweise: Wurden die Lebensmittel früher an einem Tag ausgegeben, verteilt sich die Aufgabe nun auf zwei hintereinanderliegende Mittwoche. Schröder: „Das bedeutet zwar mehr Einsatz für das Team, nimmt aber den starken Druck aus dem einzelnen Ausgabetag.“ Wobei natürlich nun alle Stellen, die frische Lebensmittel ausgeben, zwei Mal angefahren werden müssen.

Das Anliefern dieser Waren ist aber zumindest einfacher geworden, da mit Unterstützung von Stadt, der Firma Gohmann und Flüchtlingen eine neue Zuwegung gebaut werden konnte.

Für dieses Jahr haben sich Mitarbeiter des Bürgerzentrums einiges vorgenommen. So will man verstärkt auf die Hilfe zur Selbsthilfe setzen. „Da ist das Repair-Café ein sehr guter Anfang“, erklärt Ursula Schröder – und nennt in diesem Zusammenhang auch die Bereitschaft von Hand in Hand VHS-Kurse zu bezuschussen.

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