ZOB-Großbaustelle befindet sich kurz vor Fertigstellung

Der Beton wurde gestern in Mischwagen angeliefert und Meter für Meter am künftigen Fahrbahnrand aufgebracht.

KIERSPE ▪ Nach den Sommerferien, wenn die Schule wieder beginnt, soll der neue Zentrale Omnibusbahnhof in Betrieb gehen. Ein-, Aus- und Umsteigen findet für die Fahrgäste dann nicht mehr auf den vielbefahrenen Bundesstraßen B 54 und B 237 im Bereich Tannenbaum und an der unteren Kölner Straße statt, sondern die Haltestellen dort fallen sämtlich ersatzlos weg.

Die Baumaßnahme befindet sich derzeit voll im Zeitrahmen, informierten gestern an Ort und Stelle der städtische Beigeordnete Olaf Stelse, Tiefbauamtsleiter Karsten Seil und von der Tiefbaufirma Kriesten Bernd Kriesten, durchaus sichtlich zufrieden, dass bei dem Großprojekt letztlich alles so gut funktioniert hat.

Die letzten Arbeiten haben begonnen: Gestern wurden bereits die Bordsteine für die Fahrbahn in Betonfundamente gesetzt. Bis Ende Mai soll bis auf die Ampelanlage alles fertig sein. Dafür wird erst jetzt die Ausschreibung veröffentlicht. Denn die Ampelanlage wird schon etwas Besonderes und mit High-Tech ausgestattet: Sie bekommt nicht nur einen normalen Anforderungskontakt für Busse, sondern wird zusätzlich auch noch mit per Funk und GPS gesteuerten Anforderungssignalgebern ausgerüstet, die mit den modernen MVG-Fahrzeugen kompatibel sind, so dass denen immer Vorfahrt eingeräumt wird, wenn sie aus- oder einbiegen wollen. Bis Ende Juni, so wird erwartet, soll aber dann auch für einen störungsfreien Ampelbetrieb alles bereit sein.

Dann ist immer noch genug Zeit für die Fahrbahnmarkierungen, andere kleinere Arbeiten und zum Schluss natürlich die Bauabnahme. Ebenfalls im Bereich der Kölner Straße und der Einmündung der Wehestraße stehen noch Asphaltierungsarbeiten an. „Wir gehen davon aus, dass diese Zeitplanung durch das Tiefbauunternehmen eingehalten wird“, sagte Stelse und da gab es keinen Einwand von Kriesten. Der Beigeordnete lobte ausdrücklich die vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Kiersper Unternehmen, die „tadellos geklappt“ hätte.

Das Projekt hat ein Finanzvolumen von insgesamt 1,7 Millionen Euro, wovon rund 70 Prozent vom Land gefördert werden. Obwohl es ein eigenständiges Vorhaben ist, ist es doch eingebunden in die Maßnahmen im Rahmen des Landesstrukturförderungsprogramms Regionale 2013 und stellt eine erste deutliche Aufwertung für den Ortsteil Kierspe-Bahnhof dar. Andere Regionale-Maßnahmen, wie die Reaktivierung des Personenschienenverkehrs, der Bau des neuen Bahnhofs angrenzend an den ZOB und die Anlage des Volme-Freizeitparks sowie des Volmetalradweges, der auch über den ZOB führen wird, fügen sich an und komplettieren so die Verbesserungen für den Bereich weiter. Ein wichtiger Grund für den ZOB war zudem, die gefährliche Umsteigesituation im Bereich der Bundesstraßen zu beenden, dies besonders auch für den Schülerverkehr, wie Stelse weiter aufmerksam machte.

Insgesamt bekommt der ZOB eine Länge von 270 Metern. Über eine langgezogene Kurve biegen die Busse von der Kölner Straße ein, links im Bereich der alten Bahnhofstraße entstehen P+R-Parkplätze wie ebenso dann rechts, so dass rund 20 vorgehalten werden. Die überdachten dunkelrot lackierten Bushäuschen an den Haltestellen sind hell beleuchtet wie der gesamte Bereich. Im hinteren Teil entsteht ein Wendeplatz.

Ausreichend Platz auf dem Gelände konnte nur geschaffen werden, indem der Hammerkamp durch eine 115 Meter lange und bis zu 5,5 Meter hohe Betonmauer, die durch Matrizen in Bruchsteinoptik gestaltet wurde, abgefangen wurde. Auf 35 Metern davon übernehmen Gabionen, also mit Felsgestein gefüllte Stahlkörbe, diese Aufgabe. Die restlichen Hangbereichen erhalten eine Spritzbegrünung, so dass sie sehr schnell bewachsen.

Im Mai wird der Fahrbahnaufbau in drei Schichten mit Trag-, Binder- und Deckschicht vorgenommen. Zuvor wird alles nochmals genau ausnivelliert. Auch eine Zaunanlage hin zur Bahn wird errichtet und dann kommt noch die Beleuchtung, die genau wie die Geländer der Rampe des Fußweges zum Hammerkamp hoch und die Geländer oben in Anthrazit lackiert wird. Außerdem wird noch die alte Bruchsteinmauer hin zum Hammerkamp sowie die weitere zur Kölner Straße hin instandgesetzt.

Lob gab es gestern nicht nur für die Arbeit der Firma Kriesten, sondern auch für die Zusammenarbeit mit der Telekom, der RWE Ferngas, der Elektromark und den Stadtwerken, deren Maßnahmen sich ebenfalls gut in die gesamten Arbeiten integriert hätten.

▪ Rolf Haase

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