„Zeus & Consorten“ begeistern Publikum im PZ

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180 Minuten Nachspielzeit kamen bei dem Fußballspiel der Sozialarbeiterinnen aus Kierspe und Meinerzhagen heraus.

Kierspe - Vergnügen pur hatten am Samstagabend die Besucher im PZ der Gesamtschule bei der Aufführung der Theatergruppe „Zeus & Consorten“.

Groß war der Applaus, den die Zuschauer der Schauspielgruppe der Volkshochschule Volmetal nach ihrer Premiere von „TV – Darf’s ein bisschen mehr sein“ spendeten. Es war mehr als nur Achtungsbeifall. Es war der lange und temperamentvolle Dank des Publikums für die überzeugenden Leistungen der Schauspieler.

Mitten aus dem Leben entsprungen war die Handlung des Theaterspaßes von Thorsten Böhner, der unter der Regie von Martina Schnerr-Bille stand. 

Durchgebrannt mit nicht fernsehorientierter Frau

Jutta, dargestellt von Nina Naber, saß auf ihrem Sofa und hatte nur eines im Sinn: fernzusehen. Egal, ob es ein Gerichtskrimi war, ein Kreißsaalreport oder ob es sich um interaktives Fernsehen handelte – sie war von der Flimmerkiste nicht wegzulocken. 

Ihr Mann Gregor, gespielt von Oliver Nell, hatte da schon seine Probleme. Mal wollte er mit ihr das neue Bett ausprobieren, mal mit ihr reden. Doch als Jutta seine letzten Freunde, die Zierfische im Glas, als Brotaufstrich verarbeitet hatte, weil kein Aufschnitt mehr da war, platzte ihm der Kragen. Er brannte zum Ende des Stückes mit einer lebenslustigen, nicht fernsehorientierten Frau durch.

„Zeus & Consorten“ begeistern Publikum in der Gesamtschule

Zehn Geschichten wurden auf der Bühne gezeigt. Nach jedem Zappen der fernsehsüchtigen Jutta erschien eine andere Sendung auf der Bühne. In einer Szene wurde versucht, einer Putzfrau einen „Doubleflash“ für nur 358 Euro zu verkaufen, der sie vom Putzen befreien sollte. In einer anderen Szene suchte Inspektor Findout, gespielt von Hans Halbfas, möglichst schnell einen Mörder, denn er wollte nach Hause zu seiner Frau zum Essen.

Oberhemd unterm Pullover - für Schwangeren-Optik

Bei einer Nachrichtensendung aus einem Krisengebiet steckte Reporterin Lisa (Ivonne Lemke) kurzerhand einer Einheimischen ein dickes Oberhemd unter den Pullover, um sie schwanger aussehen zu lassen. Beim Sender Waldorf-TV verfolgte Jutta ein Fußballspiel der Sozialarbeiterinnen aus Kierspe gegen Meinerzhagen, dessen Foul-Szenen durch autogenes Training und Befindlichkeitsübungen unterbrochen wurden, so dass zum Schluss 180 Minuten Nachspielzeit angesammelt waren.

Beeindruckend war die Szene, in der alle Schauspieler in schwarzer Kleidung mit weißen Gesichtsmasken auf die Bühne kamen und nur bekannte Werbesprüche vor sich hinsagten. Zu jeder Situation gab es einen passenden Spruch, und das machte Gina, gespielt von Daniela Sinn, so verrückt, dass sie aus dem Fenster sprang – natürlich begleitet von einem geeigneten Werbespruch.

Am Ende wird jeder Handlungsstrang zu Ende erzählt

Doch mit dem Erzählen der zehn Geschichten war das Theaterstück nicht abgeschlossen. In der letzten Szene wurden alle zehn Handlungsstränge zu Ende erzählt. Mal war es die Reporterin, die dann doch noch dramatische Augenblicke erlebte, als sie selbst von einer Kugel getroffen wurde. Mal war es der werdende Vater aus dem Kreißsaalreport, der einen gestressten Eindruck machte, als er nicht nur ein, sondern gleich fünf Mädchen versorgen musste.

Vier Mal ist das Stück noch zu sehen, am 8. März im Kulturbahnhof Halver, am 12. März in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth, am 15. März in der Stadthalle Meinerzhagen und am 3. April in der Historischen Brennerei Rönsahl. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro.

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