Ehrengabe der Stadt für Hans Ludwig Knau und Karl-Heinz Bartsch

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Die Ehrengabe erhielten Karl-Heinz Bartsch (rechts) und Hans Ludwig Knau (links) aus den Händen von Bürgermeister Frank Emde. Anschließend trugen sich die Ausgezeichneten in das Goldene Buch der Stadt Kierspe ein.

Kierspe - Es kommt nicht allzu oft vor, dass die Ratssitzung in Kierspe genutzt wird, um verdiente Bürger auszuzeichnen. Meist sind die Ausgezeichneten Politiker – dieses Mal allerdings nicht. Aber auch Hans Ludwig Knau und Karl-Heinz Bartsch haben sich um das Gemeinwohl verdient gemacht.

Es ist schon einige Jahre her, dass Kierspe Wappenteller und Siegelring durch die Ehrengabe ersetzt hat. Diese ging in der Vergangenheit unter anderem an den früheren Rönsahler Ortsbürgermeister Horst Becker oder den früheren stellvertretenden Bürgermeister Erich Mürmann. In diesem Jahr haben die Beiden, die auf diese Weise geehrt werden, allerdings nichts mit der Politik im engeren Sinne zu tun. Ihr Schwerpunkt liegt in einer Zeit, als es noch gar keinen Rat in Kierspe gab.

So heißt es in der Begründung der Stadtverwaltung für die Verleihung an Hans Ludwig Knau: „Insbesondere auf dem Gebiet der Heimatgeschichte und Heimatpflege hat sich Hans Ludwig Knau auch nach seiner Zeit als Ortsheimatpfleger (bis 2001) für die Belange der Stadt Kierspe eingesetzt und verdient gemacht.“

Knau wird dabei nicht zum ersten Mal ausgezeichnet, erhielt er doch schon 1999 für seine Arbeit als Ortsheimatpfleger das Stadtwappen verliehen. 2002 erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz und 2009 eine Würdigung seiner Verdienste durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

„Unter seiner Mitwirkung sind zahlreiche Bücher der Werkstatt Geschichte herausgegeben worden. Ebenso hält Knau diverse Fachvorträge im Rahmen des regionalen Forums bei der Volkshochschule Volmetal. Er ist aktiv in vielen Organisationen der Heimatpflege tätig und an der Entwicklung mancher regionalen und überregionalen Projekte – Wasser-Eisen-Land, Südwestfälische Eisenstraße – maßgeblich beteiligt. Durch die Verleihung der Ehrengabe wird seine weit über das übliche Maß hinausgehende Arbeit um das Wohl und Ansehen der Stadt Kierspe gewürdigt“, fasste Bürgermeister Emde zusammen.

Auch für Karl-Heinz Bartsch aus Meinerzhagen hatte der Bürgermeister die passenden Worte: „Karl-Heinz Bartsch wird vor allem für seinen Einsatz im Kirchenarchiv der Evangelischen Kirchengemeinde und der Transkription und Digitalisierung der Kirchenbücher ausgezeichnet. Seit 2000 betreut Bartsch neben dem Kirchenarchiv in Meinerzhagen ehrenamtlich auch das Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe. Durch die Unterbringung im Alten Amtshaus ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Heimatverein gegeben.“

Die Übertragung der heute meist nicht mehr lesbaren Kurrentschrift in die lateinische Schrift sei ein langwieriger und schwieriger Prozess, aber umso wichtiger, weil Aufzeichnungen zu Geburten, Taufen, Trauungen und Sterbedaten erst ab 1874 in die Zuständigkeit der Standesämter übergegangen seien. Die Nutzung der Kirchenbücher diene vor allem der Recherche zur Familienforschung, deren besonderes Interesse Karl-Heinz Bartsch gelte. „Darüber hinaus sind aber auch mittelalterliche Urkunden zum Kirchenbesitz, Baupläne und -akten und Presbyteriums-Protokolle dort zu finden. Neben den Verdiensten für die Kirchengemeinde kommt somit der Einsatz von Bartsch auch um ein Vielfaches den Recherchen des Heimatvereins auf heimatkundlichem Gebiet zugute. Die Verleihung der Ehrengabe soll seine ehrenamtlichen Verdienste um den archivarischen Bestand sowie Erhalt wichtiger zeitgenössischer Aufzeichnungen anerkennen und entsprechend würdigen“, so Emde.

Beschlossen wurde das Übergeben der Ehrengabe an Knau und Bartsch vom Rat der Stadt Kierspe einstimmig in einer Sitzung am 26. November des vergangenen Jahres auf Antrag der Freien Wähler-Gemeinschaft.

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