194 Jahre für die Mitmenschen

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Martin Graf erhielt im Rahmen der Ratssitzung aus den Händen von Bürgermeister Frank Emde die Ehrengabe der Stadt.

Kierspe - Es dauerte schon etwas länger, bis Bürgermeister Frank Emde all die ehrenamtlichen Stationen im Leben von Martin Graf aufgezeichnet hatte.

Von Johannes Becker

14 Jahre im Kirchenchor Rönsahl, zehn Jahre im Kirchenchor Kierspe-Felderhof, 40 Jahre im Kirchenchor Meinerzhagen (bis heute), zwei Jahre im Chor Cantamus, drei Jahre im Chor Vivendi, drei Jahre im Vokalensemble Vivendi, zwei Jahre im Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Halver, 30 Jahre im Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Rönsahl, zehn Jahre im Posaunenchor der Kirchengemeinde Kierspe-Bahnhof, 48 Jahre im Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde (bis heute), 35 Jahre in der Stadtkapelle Kierspe – dazu kamen noch viele Einsätze als Aushilfe in verschiedenen Chören. All das ergibt zusammengerechnet 194 Jahre ehrenamtliches Engagement. Das schafft auch der engagierteste Mensch nur, wenn er an vielen Abenden im Jahr zur Probe geht und am Wochenende mehrere Auftritte absolviert.

Martin Graf ist so nach einer groben Schätzung des Bürgermeisters bisher auf rund 12 000 Probenstunden und 2000 Auftritte gekommen. „Sie haben sich um das kulturelle Leben der Stadt verdient gemacht“, so Emde, der Martin Graf im Rahmen der Ratssitzung die Ehrengabe überreichte.

Vorgeschlagen hatten den aktiven Kiersper für diese Auszeichnung die evangelische Kirchengemeinde Kierspe und die Freie evangelische Gemeinde. Einem Vorschlag, den die die Ratsmitglieder einstimmig in einen Beschluss verwandelten.

Nichts deutete bei zur Zeit der Geburt von Martin Graf im Jahr 1934 in Ostpreußen darauf hin, dass er einmal im Sauerland seine Wirkungsstätte finden würde. Doch nach dem Ende des Krieges wurde die Familie vertrieben und kam 1947 in Rönsahl an. Sein Vater machte sich dort als Schuhmacher selbstständig, wirkte als Künstler und wurde stellvertretender Bürgermeister. Nachdem Martin Graf die Volksschule in der neuen Heimat beendet hatte, erlernte er ebenfalls das Schuhmacherhandwerk und arbeitete anschließend in Halver und Meinerzhagen als Geselle. 1961 legteer die Meisterprüfung ab. Zuvor hatte er noch seine Frau Dorothea geheiratet, mit der er insgesamt drei Kinder bekam.

1965 zog die junge Familie an die Berliner Straße um, gleichzeiting machte sich Graf als Schuhmachermeister selbstständig. Vier Jahre später kauften die Eheleute Graf an der Friedrich-Ebert-Straße ein Haus, in dem sie ein Schuhgeschäft einrichteten. Bereits 1973 musste Graf das Geshäft schließen, weil der erhoffte Erfolg ausblieb. Der Kiersper fand jedoch schnell eine Anstellung bei der Deutschen Bundesbahn, bei er bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand 1994 blieb.

Nebenbei betrieb er jedoch noch bis 2003 eine Schuhmacherwerkstatt im Keller seiner Hauses. Nach dem endgültigen Ruhestand verkaufte er das Haus und zog mit seiner Frau in ein Reihenhaus am Büscherweg.

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