Zehnter Girls Day wird in Kierspe zu einem vollen Erfolg

Katharina Koke, Ines Peil, Lisa Lorig und Alina Fuchs (v.l.) stellten den Schülerinnen des siebten Jahrgangs ihre Arbeitsgebiete vor.

KIERSPE ▪ Das Engagement war groß zum zehnten Girls Day, der seit 2001 alljährlich zur Berufsorientierung angeboten wird, und bei dem die Schülerinnen der Gesamtschule von Anfang an dabei waren. Über 50 hatten sich für den heutigen Tag ein heimisches Unternehmen oder einen Handwerksbetrieb ausgesucht, um einmal Firmenluft zu schnuppern und hinter den Fassaden in die Arbeitswelt zu schauen.

Vor allem überwiegend von Männern dominierte Berufe konnten die Mädchen dabei kennenlernen, denn die typischen weiblichen Berufe wie Kauffrau, Friseurin und medizinische Fachangestellte stehen allzu häufig auf der Wunschliste, während in den Betrieben vor allem in technischen und techniknahen Bereichen qualifizierter Nachwuchs fehlt und dringend gesucht wird. Damit bietet sich für die Mädchen, die oft bessere Noten als die Jungen erreichen, die Möglichkeit, die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt auszuloten und auszuschöpfen. Schülerinnen vom 10. bis 12. Jahrgang konnten gemeinsam die Universität Siegen besuchen, wo sie sich über technische, wissenschaftliche und mathematische Studiengänge informieren konnten.

Vier Referentinnen der Firma gwk brachten außerdem dem 7. Jahrgang verschiedene Arbeitsgebiete näher. Ines Peil stellte die Metalltechnik vor, Alina Fuchs sprach über technisches Zeichen. Katharina Koke informierte über Logistik und Lisa Lorig über Elektrotechnik. Gute Umgangsformen im Gespräch mit einem potenziellen Arbeitgeber vermittelte Beratungslehrerin Astrid Kahlke. Gemeinsam mit Studien- und Berufsorientierungsorganisator Heinz-Georg Englmann zogen alle ein positives Fazit. Die Referentinnen konstatierten ein gutes Interesse, auch wenn bei den Fragen der Schülerinnen noch nicht die Arbeitsvorgänge, sondern eher Kleidung, Arbeitsbeginn und Verdienst im Mittelpunkt standen. Einstimmig begrüßten sie, dass mit dem Girls´ Day ein so früher, erster Anstoß gegeben wird, sich eingehender mit dem späteren Beruf auseinanderzusetzen. Nachdenken über die typischen Rollenbilder konnten auch die Jungen, angeregt durch den Film „Billy Elliot“, der die Geschichte eines Jungen erzählt, der sich im knallharten Bergarbeitermilieu in Nordengland für den ganz und gar untypischen Beruf des Balletttänzers entscheidet.

Für den Straßentiefbau hat sich der Zehntklässler Tobias Nickel entschieden. Er nutzte am Girls´ Day die Gelegenheit zu „frauentypischer“ Büroarbeit bei der Firma Tiefbau Eschrich. Angebote schreiben, das Aufmaß und den Materialbedarf berechnen stand für den 16-jährigen auf dem Programm, der in dieser Berufssparte nach der Schule seinen Meister machen will. „Diese Arbeiten gehören auch dazu“, meint er zielbewusst.

Die Firma Goletz wurde von der 15-jährigen Christina Levin unter die Lupe genommen. Nach einer Besichtigung des Unternehmens fand sie im Versand Beschäftigung. Aber schwere Kartons heben und Gabelstapler fahren sind nicht unbedingt ihre Präferenzen. Sie möchte lieber eine kaufmännische Schule besuchen.

Lia Breitenbach, die ihrem Bruder Boris beim Fliesenlegen über die Schulter schaute und zur Hand ging, hat noch gar keine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft, während Christin Ickert gern „irgendwas mit Tieren“ machen möchte. Interessant fand sie die Stippvisite bei der Freiform- und Gesenkschmiede Fetting, die Metallwaren, Hebezüge und Schilder herstellt, dennoch. Auch für sie war es die erste Begegnung mit dem Arbeitsalltag. ▪ luka

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