Rund 60 Einsätze für die Feuerwehr Kierspe

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Auf der L 528 im Bereich Schnörrenbach – hier der Blick in Fahrtrichtung Meinerzhagen – ging zeitweise nichts mehr. Die Einsatzkräfte befreiten die Straße von umgestürzten Bäumen.

KIERSPE – „Land unter“ hieß es am Freitagabend vielerorts in Kierspe, nachdem ein heftiges Unwetter mit Sturmböen, Hagel und unzähligen Blitzen ein Bild der Verwüstung hinterlassen hatte.

Für die vier Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe – Wehestraße/Höckinghausen, Stadtmitte, Rönsahl sowie Vollme/Neuenhaus – war von 16.30 bis 23 Uhr quasi Daueralarm angesagt. In diesem Zeitraum eilten sie zu insgesamt rund 60 (!) Einsätzen. Sehr brenzlig war die Lage nicht nur vielerorts aufgrund von Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen, sondern insbesondere auch an der oberen Thingslindestraße, wo es nach Angaben der Feuerwehr zu einem vermutlich durch einen Blitzeinschlag ausgelösten Dachstuhlbrand kam.

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So brachen die Löschzüge Wehestraße/Höckinghausen und Stadtmitte ihre Hochwassereinsätze ab, um zu dem Brand auszurücken. Auch die Drehleiter der Feuerwehr Meinerzhagen verließ einen Einsatzort, um zur Thingslindestraße zu eilen. Hinzu kam auch ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Für die Bewohner des Hauses verlief der Brand glücklicherweise recht glimpflich. Die Feuerwehr wurde dem Brandherd mit einem Kleinlöschgerät Herr. Zudem seien laut Feuerwehr nach dem Öffnen der Innenverkleidung des Dachbodens weitere Brandnester gelöscht worden, die mit Hilfe einer Wärmebildkamera entdeckt wurden. Ein Schaden sei lediglich im Bereich der Brandausbruchstelle eingetreten, das Gebäude sei somit weiterhin ohne Einschränkungen bewohnbar, heißt es.

Gleichwohl war für die Feuerwehr weiterhin der Ausnahmezustand angesagt. Zu massiven Straßenüberschwemmungen kam es unter anderem an den Kreuzungen Wildenkuhlen und Tannenbaum sowie auf der Friedrich-Ebert-Straße an den Einmündungen zur Thingslindestraße, zum Büscherweg und zur Fritz-Linde-Straße – in dieser Senke stand das Wasser bis zu 120 (!) Zentimeter hoch. Die Einsatzkräfte befreiten Autofahrer, die durch die urplötzlich zusammen gekommenen Wassermassen auf der Fahrbahn im Wasser zu versinken drohten, aus ihrer misslichen Lage.

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Überspült waren laut Feuerwehr unter anderem auch vielerorts die B 54, die L 528 im Bereich Schnörrenbach, die K 44 im Bereich der Ortschaft Höhlen und die Straße am Padberg. Teilweise sei das Wasser in anliegende Geschäfte und Gaststätten eingedrungen.

Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde insbesondere auch das Feuerwehrgerätehaus Wehestraße. Nach Angaben der Feuerwehr sei der angrenzende Wehebach so schnell angestiegen, dass das Gerätehaus binnen weniger Minuten hüfthoch unter Wasser gestanden habe.

Zudem standen nach dem heftigen Unwetter zahlreiche Keller unter Wasser – so beispielsweise an der Volmestraße, Friedrich-Ebert-Straße, Kölner Straße, Fliederstraße, am Ilexweg, an der Straße Haunerbusch sowie in Bollwerk, Padberg und Höferhof.

Insgesamt etwa 15 umgestürzte Bäume mussten unter anderem auf den Straßen Im Hofe und Füllenfeld sowie auf der L 528 vom Ortsausgang Kierspe bis nach Hahnenbecke entfernt werden. Entsprechend musste der Verkehr auf diesem Teilabschnitt gestoppt werden und kam für einige Zeit zum Erliegen.

Darüber hinaus kam es laut Feuerwehr zu einer Gewässerverunreinigung im Bereich der alten Kläranlage Lingese. Dort seien auf den Beruhigungsbecken erhebliche Mineralölmengen aufgetreten. Entsprechend seien von den Einsatzkräften in Absprache mit dem Wupperverband mehrere Ölsperren eingebaut worden. Auch auf der oberbergischen Seite seien durch die Feuerwehr Marienheide Sperren errichtet worden.

Insgesamt waren in Kierspe am Freitagabend 64 Einsatzkräfte der Feuerwehr, zehn Einsatzkräfte des DRK sowie sieben Mitarbeiter des Bauhofs gefordert. Zu den entstandenen Sachschäden konnten bislang noch keine Angaben gemacht werden.

Am Samstagmorgen um 8.30 Uhr musste der Löschzug Wehestraße/Höckinghausen dann nochmal zu einem Unwetterschaden an der Straße Haunerbusch ausrücken. Ein Teil eines abgeknickten Baumes drohte nach Angaben der Feuerwehr dort auf den Bürgersteig zu fallen. Mitarbeiter des Bauhofs, die zu diesem Zeitpunkt in der Nähe tätig waren, wurden zu Hilfe gerufen. Das Baumstück entfernten sie mittels eines Hubsteigers. – dr/cr

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