Zahl der Buchungen, Führungen und Trauungen auf hohem Niveau

Historische Brennerei in Rönsahl bleibt ein Besuchermagnet

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Mehr als 150 Veranstaltungen finden jedes Jahr in der Historischen Brennerei in Rönsahl statt.

Rönsahl - Es läuft in der Historischen Brennerei in Rönsahl, obwohl dort seit mittlerweile sieben Jahren kein Schnaps mehr hergestellt wird. Dafür bleibt die Zahl der Buchungen, Führungen und Trauungen auf einem sehr hohen Niveau.

Das bislang beste Jahr für den Brennereiverein war 2016 – zumindest wenn man sich an der Zahl der Veranstaltungen orientiert. 183 gebuchte Termine standen damals im Kalender des Vereins, darunter auch Führungen, Feiern und Konzerte – im vergangenen Jahr waren es aber immerhin auch noch mehr als 150. Nach wie vor beherbergt das alte Gemäuer nicht zuletzt heimische Gruppen, die schon mehr als 20 Belegungen im Jahr verursachen. So kommen die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde regelmäßig in dem Gebäude zusammen, aber auch die Sänger des MGV treffen sich dort noch.

Runde Geburtstage, Hochzeitsfeiern, Jubiläen – die Bandbreite der Feiern, die dann meist im Obergeschoss stattfinden, ist lang – und seitdem standesamtliche Trauungen in der Brennerei möglich sind, hält das Interesse an dem ungewöhnlichen Ort fürs Ja-Wort an. „So 12 bis 15 Trauungen haben wir jedes Jahr. Manche nutzen dann auch die Räume im Untergeschoss noch für eine kleine Feier oder einen Sektempfang“, sagt Horst Becker, erster Vorsitzender des Vereins.

Erfreut ist er auch über das große Interesse an den Führungen durch das historische Gebäude. Diese dauern rund eineinhalb Stunden und locken Gruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz an. „Es ist schon erstaunlich, von wo die Menschen überall herkommen, um sich die Brennerei anzuschauen. Vor Kurzem erst war eine Gruppe aus Alzey bei Worms zu Gast“, berichtet Horst Becker.

Aber auch die neuen Brauer sorgen mit eigenen Veranstaltungen für eine gute Nutzung des Gebäudes – so fand erst vor einiger Zeit das sogenannte „Stärke antrinken“ erstmals statt, mit sehr gutem Erfolg. Überhaupt wollen die Brauer das Gelände und Gebäude noch mehr beleben.

So erzählt Becker, dass in diesem Jahr im Sommer auch ein Biergarten eingerichtet werden soll, der dann vor allem am Wochenende Besucher anlocken könnte. „Wie dann die Bewirtung der Gäste mit Speisen aussehen soll, ist aber noch nicht abschließend geklärt, da sich derzeit keine entsprechende Küche in der Historischen Brennerei befindet.

Den größten Erfolg haben Verein und auch das Dorf vor Weihnachten, denn dann findet an einem Wochenende der Weihnachtsmarkt in dem Gebäude und auf dem Gelände statt. „Dann haben wir bei optimalen Bedingungen rund 5000 Besucher – pro Tag“, sagt Becker.

Buchungen

Ein Kontaktformular findet sich auf der Homepage des Vereins unter www.brennerei-roensahl.de.

Geschichte der Historischen Brennerei

Die Historische Brennerei Rönsahl, auch als ehemalige Brennerei Krugmann bekannt, ist eine als Kultur- und Technikdenkmal unter Schutz gestellte ehemalige Kornbrennerei in Rönsahl. 

In dem spätklassizistischen Gebäude der Brennerei wurde bis zum Jahr 2002 Alkohol aus Weizenkorn destilliert. Es handelt sich um ein massives zweistöckiges Giebelhaus aus Bruch- und Backsteinen mit einem achteckigen, auf quadratischem Bruchsteinsockel gemauerten Schornstein. Das Satteldach ist mit Schiefer bedeckt. 

Bereits seit 1854 wurde im Ort vom Landwirt Wilhelm Haase Alkohol hergestellt, der die Brennerei 1870/71 errichtete und dessen Familie sie bis in die 1950er-Jahre betrieb. Sie kam anschließend in den Besitz des Spirituosenherstellers Krugmann aus Meinerzhagen. Krugmann erneuerte verschiedene Anlagenteile, stellte aber bis zuletzt nach den alten Verfahren Alkohol her. 

1986 wurde die Brennerei unter Denkmalschutz gestellt. Nach Einstellung des Brandbetriebs 2002 ging die Anlage in den Privatbesitz von Horst Becker über, der sie für einen symbolischen Betrag an den von ihm mitbegründeten Verein Historische Brennerei Rönsahl verpachtete. 

Der Verein sanierte beziehungsweise erneuerte mit finanzieller Hilfe der NRW-Stiftung die Dächer mit Dachrinnen, Fallrohren und Gesimsekästen und den 25 Meter hohen achteckigen Außenschornstein. Mit Spendengeldern des Vereins richtete dieser das Gebäude zum Großteil in Eigenarbeit her. 

Die Branntweinherstellung ist zwar untersagt, aber mit Hilfe eines aus Dortmund stammenden Braukessels wird in dem Gebäude das Rönsahler Landbier gebraut.

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