Zahl der älteren Menschen steigt signifikant an

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Die Bevölkerungszahl in Kierspe schrumpft, darüber gibt das Kommunalprofil der Landesdatenbank NRW Aufschluss. ▪

KIERSPE ▪ Jahrzehntelang wurde der demografische Umbruch kollektiv ignoriert, nun aber tritt er zunehmend sichtbar ins Bewusstsein. Auch für Kierspe wird eine weitere Reduzierung der Bevölkerungszahl prognostiziert. Jedoch die Menschen werden nicht nur weniger, sondern sie werden außerdem älter und vielfältiger.

Aus diesen Trends heraus ergeben sich Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche wie die Infrastruktur in der Stadt, die Familienförderung, den Seniorenbereich, die Integration von Migranten oder auch die Wirtschaft. Stadt, Kreis und Land haben sich des Themas inzwischen angenommen und arbeiten an Konzepten, um dieser Entwicklung in adäquater Weise zu begegnen.

Aktuelle Daten in einer differenzierten Betrachtung liefert auch das neue Kommunalprofil der Landesdatenbank NRW, das jetzt veröffentlicht wurde und auf dem Stand zum 31. Dezember 2010 beruht. Dabei ist Kierspe genauso wie Lindlar, Drolshagen, Reichshof, Finnentrop, Netphen oder auch Bad Sassendorf dem Gemeindetyp „Große Landgemeinde mit mehr als 7500 Einwohnern zugeordnet“, befindet sich mit einer Bevölkerungszahl von 17 270 da aber sicher am oberen Rand des Spektrums.

Hat so die Bevölkerung in Kierspe von 1980 14 436 bis 2000 18 353 stetig zugenommen, begann danach der Rückgang auf 2005 18209 und 2010 eben 17 270 Einwohner. Dabei hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche kontinuierlich zu genommen von 1999 733 Hektar auf 2010 769 Hektar, was 104,9 Prozent entspricht. Das liegt unter dem Durchschnitt dieses Gemeindetyps sowie auch dem Wert für Gesamt-NRW. In Kierspe leben 241,1 Einwohner je Quadratkilometer, bezogen auf die besiedelte Fläche sind es jedoch 2246,3. Bei den Orten gleichen Typs sind es 147,7 beziehungsweise 1188,8 und landesweit 523,4 beziehungsweise 2331,8.

8706 Kiersper sind weiblich und 1909 nicht deutsch. Letztere Zahl hat sich deutlich erhöht seit 1980, als es nur 857 waren. 2005 gab es mit 2002 Personen den höchsten Wert an Nichtdeutschen, dann kam es mit der schrumpfenden Gesamtbevölkerungszahl, allerdings mit deutlich zeitlicher Verzögerung, auch hier zu einem Rückgang.

Das Verhältnis von Geborenen und Gestorbenen seit 2004 war in Kierspe bis 2009 positiv, schlug dann aber 2009 ins Negative um: Betrug der Überschuss der Geborenen 2007 sogar noch +44, kam es zwei Jahre später hier sogar schon zu einem Defizit von -18. Die Zuzüge in die Stadt haben von 2004 844 bis 2010 692 erheblich abgenommen, noch deutlicher sogar bei den Nichtdeutschen von 182 auf 110. Gegenüber dieser doch signifikanten Entwicklung bewegt sich die Zahl der Fortzüge pro Jahr auf einem zwischen 899 und 792 stark schwankenden, aber insgesamt hohen Level, das mit maßgeblich auch für den Bevölkerungsschwund ist. Bei den Nichtdeutschen sind es zwischen 82 und 164, ebenso schwankend.

Beleuchtet im aktuellen Kommunalprofil wird auch die Bevölkerung nach Altersgruppen in der zeitlichen Entwicklung: Erkennbar ist der extreme Anstieg von 1978 über 1994 bis 2010 der über 70-Jährigen, die sich mit annähernd 2500 Personen immer mehr an die Spitze der verschiedenen Altersgruppen heranschieben, sowie parallel die sinkende Zahl der unter Zehnjährigen, die noch Mitte der neunziger Jahre ebenfalls mit fast 2500 Personen sogar einen relativ hohen Anteil ausmachten, heute aber nur noch bei knapp über 1500 Personen liegen. Die Gemeindemodellrechnung geht davon aus, dass 2020 930 Kiersper unter sechs Jahren und 4030 über 65 Jahre sind, 2030 sollen es sogar 810 beziehungsweise 5030 sein.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen am Arbeitsort betrug 1995 bei den Männern 2676 und bei den Frauen 1829, 2010 waren es dann 2154 beziehungsweise 1403. Das sind insgesamt 3557, wovon 1727 Einpendler waren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat hier also stetig abgenommen, leicht zugenommen trotz schrumpfender Bevölkerung hat die Zahl der Teilzeitbeschäftigten am Arbeitsort bei den Männen von 20 auf 51 und bei den Frauen, die eher solche Arbeitsverhältnisse eingehen, von 399 auf 411. Von den 2010 insgesamt 5685 am Wohnort Beschäftigten waren 3855 Auspendler. Weitere Angaben im Kommunalprofil befassen sich mit statistischen Zahlen zur Gemeindefläche, der Wirtschaftsstruktur, mit Politik und Wahlen, dem Bildungsbereich sowie dem Behindertenanteil.

Das komplette Kommunalprofilfür Kierspe findet sich im Internet unter http://www.it.nrw.de/kommunalprofil/index.html

Rolf Haase

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