In der Brennerei gibt es wieder Leben – jedenfalls ein kleines bisschen

Zaghafter Neubeginn in der Histrorischen Brennerei

Neben den Trauungen findet derzeit nicht viel in der Historischen Brennerei statt. Ab August sollen sich die ersten Gruppen wieder treffen und auch der Biergarten öffnet schon wieder – allerdings nur bei gutem Wetter.
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Neben den Trauungen findet derzeit nicht viel in der Historischen Brennerei statt. Ab August sollen sich die ersten Gruppen wieder treffen und auch der Biergarten öffnet schon wieder – allerdings nur bei gutem Wetter.

Von einem Dornröschenschlaf, in dem sich die Historische Brennerei befand, schrieb die Meinerzhagener Zeitung noch vor drei Monaten. Jetzt wird das historische Gebäude in zentraler Lage Rönsahls wachgeküsst – aber es sind zaghafte Küsse mit noch ungewissem Erfolg.

Rönsahl - „Es läuft was, aber alles noch ganz schwach“, sagt Horst Becker, der die Brennerei einst erwarb, um gemeinsam mit einem eigens gegründeten Verein daraus ein Veranstaltungszentrum zu machen.

Trauungen

„Nach wie vor – und auch in den Hochphasen der Coronazeit – gab es standesamtliche Trauungen, jedenfalls dann, wenn sich Menschen fanden, die sich in dieser Zeit trauen lassen wollen“, erzählt Becker auf Nachrage der Meinerzhagener Zeitung. So habe es im Juni keine Trauung gegeben, für den 9. Juli sei aber eine geplant.

Doch nach wie vor sind diese aber von der Corona-Pandemie beeinflusst, vor allem in der Zahl der Besucher, die an dem formalen, aber doch feierlichen Akt teilnehmen dürfen. Als die Inzidenzzahlen hoch waren, gab es Trauungen, an denen neben der Standesbeamtin gerade einmal zehn Besucher inklusive des Hochzeitspaares teilnehmen durften. Das hat sich nun aber wieder geändert (siehe Anhang).

Biergarten

Doch auch außerhalb des historischen Gebäudes ist Leben festzustellen – vor allem bei schönem Wetter. Denn der Biergarten hat wieder geöffnet. Ursprünglich war geplant, dass die Betreiber der Brauerei, die sich im Untergeschoss der Brennerei befindet, diesen bewirtschaften und dort dann auch gleich einen Teil ihres beliebten Gebräus absetzen können.

„Aufgrund der Pandemie läuft es da aber nicht so wie erhofft. Vor allem der Fassbierbereich ist zum erliegen gekommen. Darauf mussten die jungen Brauer reagieren und haben sich in Teilzeit auch beruflich anders orientiert. Da bleibt keine Zeit mehr für den Biergarten“, erzählt Becker. Um den Garten aber am Leben zu halten, hat sich Becker erst am Dienstagabend mit Freiwilligen getroffen, die dort ihren Dienst verrichten möchten, um auch weiterhin bei gutem Wetter Rönsahler Landbier auszuschenken. Becker: „Jetzt müssen wir uns noch mit dem Betreiber des neuen Burger-Imbiss und dem Inhaber des Imbiss-Busses absprechen, damit die Besucher auch etwas essen können. Denn Speisen können wir nicht auch noch zubereiten.“ Bereits jetzt würden die Auflagen, unter denen die Außengastronomie geöffnet werden darf, viel Arbeit erfordern. So müsse man nach wie vor Anwesenheitslisten führen, um die Nachverfolgung der Gäste gewährleisten zu können, auch müssten die Gläser, in denen die Getränke serviert würden, bei mindestens 60 Grad Celsius gespült werden. „Da gehen wir auf Nummer sicher und spülen bei 80 Grad Celsius“, berichtet Becker.

Veranstaltungen

Wie es in dem großen Veranstaltungsraum im ersten Obergeschoss der Brennerei weitergehen wird, dazu wollte Becker noch keine Aussagen treffen: „Was dort möglich ist, hängt stark von der Entwicklung der Inzidenzzahlen ab. Aber die Nachfrage – vor allem nach der Möglichkeit privater Feiern – ist auch nicht hoch. Erst für den späteren Herbst gibt es Planungen von KuK für Veranstaltungen dort.“

Im August wolle man aber mit den sogenannten ständigen Terminen wieder beginnen, dann wolle sich unter anderem auch wieder der Arbeitskreis Heimatkunde im Untergeschoss der Berennerei treffen, „wenn das Pandemiegeschehen uns keinen Strich durch die Rechnung macht“.

Event-Trauungen

Bereits seit einigen Jahren finden standesamtliche Trauungen in der Historischen Brennerei in Rönsahl als Außenstandort des Standesamtes statt. Seit einiger Zeit sind solche sogenannten Event-Trauungen auch im Haus Rhade möglich.

Für die Brennerei gibt es einen festen monatlichen Termin, für Haus Rhade gibt es diesen noch nicht. „Da wollen wir erst einmal abwarten, wie die Resonanz ist, später kann es aber auch dort dann feste Termine geben“, sagt die Standesbeamtin Ulrike Lüttgenau.

Seit dem 25. Juni gelten für beide „Trauzimmer“ neue Corona-Schutzverordnungen. So sind in der Brennerei neben der Standesbeamtin 30 Besucher zugelassen, wird die Empore mitbenutzt, sind es sogar 36.

Im Haus Rhade sind derzeit neben der Standesbeamtin 30 Personen willkommen. Natürlich immer inklusive des Hochteitspaars.

Weihnachtsmarkt

Zur größten Veranstaltung in und um die Brennerei kann der Rönsahler ebenfalls nichts sagen. „Natürlich würden wir gerne auch wieder unseren großen Weihnachtsmarkt veranstalten. Aber ob das möglich sein wird, daran glaube ich noch nicht. Wir sprechen hier immerhin von einer Veranstaltung, an der bis zu 6000 Menschen an einem Tag teilgenommen haben. Das kann man sich ja fast gar nicht mehr vorstellen.“

Die Geschichte der Historischen Brennerei

Eigentlich könnte der Verein Historische Brennerei Rönsahl in diesem Jahr ein Jubiläum feiern. Denn das Gebäude in zentraler Lage von Rönsahl wurde vor 150 Jahren (1870/71) erbaut. Mit der Alkoholproduktion selbst hatte der Landwirt Wilhelm Haase bereits 1854 begonnen. Noch bis in die 1950er-Jahre betrieb die Familie die Brennerei und verkaufte sie dann an den Spirituosenhersteller Krugmann aus Meinerzhagen. Dieses Unternehmen produzierte dann dort noch bis 2002. Danach erwarb Horst Becker das 1986 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude und vermietete es ab 2008 für einen symbolischen Betrag an den von ihm mitbegründeten Verein.

In den ersten Jahren bestand die Hauptaufgabe in der Renovierung des Gebäudes. Mit Unterstützung der NRW-Stiftung (142 000 Euro) wurden Dächer, Fallrohre, Gesimskästen und der 25 Meter hohe Schornstein saniert. Im Obergeschoss befindet sich ein Veranstaltungsraum, der für private Feiern und Kulturveranstaltungen genutzt wird.

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