Tierisches Drama in einem Garten im MK

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Immer wieder suchte dieses Reh sozusagen den Ausgang aus dem Garten, um zu ihrem Bock zu kommen – erfolglos, denn die beiden Zäune, die zwischen den beiden Tieren lagen, konnte das Reh nicht überwinden.

Kierspe - Ein tierisches Drama spielte sich in Kierspe ab: Ein Rehbock und eine Ricke waren durch zwei Zäune voneinander getrennt.

Ein kleines tierisches Drama spielte sich jetzt im Bereich der Straße Haunerbusch ab: Im Winter, insbesondere bei Schneelagen, kommt es immer wieder vor, dass Rehe aus dem Wald des Humecketals die Straße Haunerbusch überqueren und in den kleinen Wald hinter der Pestalozzischule wechseln – oder umgekehrt.

Dies geht einerseits relativ problemlos, wenn die Tiere über die kleinen Stichstraßen, deren Ende zu den Wiesen meist offen ist, gehen. Wenn allerdings Gärten für den Wildwechsel genutzt werden, führt dies insbesondere in der jüngeren Vergangenheit zu echten Problemen für die Tiere. Zumal einige Grundeigentümer keine Rehe in ihrem Garten möchten und daher hohe Zäune, teils sogar mit Stacheldraht als oberen Abschluss, aufgestellt haben. Da gibt es dann kein Durchkommen mehr.

Immer wieder suchte die Ricke nach einem Loch oder einer Lücke im Zaun.

Dies musste jetzt auch eine Ricke (weibliches Reh) mehr oder weniger leidvoll erfahren. Denn das Tier, das möglicherweise schon früher den Weg durch einen Garten in den Wald im Humecketal gewählt hatte, war an einem späten Nachmittag wieder auf dem Grundstück. Die Ricke kam aber diesmal nicht weiter, weil eben ein Zaun errichtet worden war. Auch am nächsten Morgen war das Tier noch da, hatte wohl im Schutz von Büschen und kleinen Bäumen übernachtet.

Nicht weit weg, aber unerreichbar für die Ricke wartete der Rehbock – zwischen beiden Tieren lagen zwei unüberwindbare Zäune.

Allerdings war ein zweites Reh, offensichtlich „ihr“ Bock, aufgetaucht, schaute, nur einen Steinwurf entfernt, fordernd zur Ricke, dass sie doch kommen möge. Unmöglich: Denn zwischen den beiden Tieren lagen nicht nur ein, sondern zwei Zäune. Zu hoch, um sie überspringen zu können. Und ein Loch oder eine Lücke im Zaun konnte die Ricke nicht finden, so oft sie auch die Grundstücksgrenze entlang lief.

„Am besten in Ruhe lassen“, rät Matthias Heveling, Leiter des Hegerings, sonst gerate das Tier in Panik und verfange und verletze sich im oder am Zaun. Für den Hegeringleiter nichts Ungewöhnliches, denn das Rehwild traut sich bei seiner Futtersuche längst auch in Gärten. Überall in Kierspe, aber besonders in der Humecke. Denn dort gibt es oft Rosen, Efeu und Brombeeren, die die Rehe fressen würden. Heveling warnt davor, die Tiere mit gekauftem Mais zu füttern – das schade ihnen nur.

Das Reh hatte letztlich nur die Möglichkeit, den Garten über die Straße zu verlassen, um auf einem anderen Weg ohne unüberwindbares Hindernis zum Bock zu kommen. Der wiederum konnte sich jederzeit in den Wald zurückziehen, blieb aber am zweiten Zaun und versuchte sein Weibchen zu locken.

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