"Young Caritas MK" mit Aktion "Rotes Sofa" an der Gesamtschule

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Drei Schülerinnen im Gespräch mit Katharina Walter.

Kierspe - Zum Thema soziale Ungerechtigkeit hatten die Gesamtschüler aller Jahrgangsstufen am Dienstag Beispiele aus verschiedensten Lebensbereichen parat. Die „Young Caritas MK“ war im Rahmen ihrer Aktion „Rotes Sofa“ in der Schule zu Gast und ließ Jugendlichen vor der Videokamera zu Wort kommen.

Beim Arzt kommt der Privatpatient möglicherweise schneller dran als der Kassenpatient. Ein Schüler beleidigt seine Klassenkameradin heftig. Türsteher lassen einen Türken nicht in die Disco, weil er nicht deutsch aussieht. Situationen wie diese hatten die meisten Schüler bereits erlebt oder konnten sie sich zumindest vorstellen, als sie auf dem roten Sofa saßen und berichteten.

Die beiden Projektleiter Katharina Walter und Tobias Rödel besuchen mit dem eigens angefertigten roten Sofa seit Oktober Schulen im Märkischen Kreis. Der Stop in Kierspe ist aller Voraussicht nach der letzte auf der Tour. „Es geht darum, gemeinsam Probleme zu besprechen und nach Lösungen zu suchen“, erklärte Katharina Walter.

Mit der Aktion soll das Interesse an sozialen Themen geweckt werden

Projektleiter Tobias Rödel war gleichzeitig Kameramann.

Die Gespräche mit den Schülern werden im Anschluss zu einem Youtube-Video verarbeitet. Sowohl das filmische Ergebnis als auch die Gespräche mit den jungen Menschen selbst sollen das Interesse an sozialen Themen und am Ehrenamt wecken. Gesponsert wird die Aktion deshalb auch von der Märkischen Sozialstiftung. Was aus den einzelnen Besuchen resultiert, kann laut Walter von Schule zu Schule und von Schüler zu Schüler völlig unterschiedlich sein. „Ab und zu vermitteln wir ein Ehrenamt. Oft entstehen aber auch Projekte an der Schule selbst – zum Beispiel wenn sich die älteren Schüler einen eigenen Raum wünschen. Dann schauen wir, ob und wie sich das in der Schule umsetzen lässt.“

Ungerechtigkeit hat nach Meinung der Schüler viele Facetten

Die Gesamtschüler arbeiteten gut mit. Einzeln, zu zweit oder zu dritt konnten die Jugendlichen für ihr Interview auf dem bequemen Sofa Platz nehmen. Einer der Projektleiter hielt das Mikrofon und unterhielt sich mit den Schülern über das, was sie in ihrem direkten Umfeld oder generell als ungerecht empfinden.

Freizeitmöglichkeiten in Kierspe, Respekt der Schüler untereinander, Rauchen oder gar das ökologische Thema Papierverbrauch in den Klassen waren Aspekte, für die sich die Gesamtschüler interessierten.

Schülersprecher Bayram Akbal freute sich über den Besuch der „Young Caritas“. Er sagte: „Als wir gefragt wurden, fanden wir die Idee sofort gut und wollten mitmachen.“ Der Zwölftklässler bewertet das Miteinander an seiner Schule bereits positiv: „Wir gehen alle schon sehr tolerant miteinander um, aber wir sind der Meinung, dass jeder Schüler auch gezielt darüber nachdenken sollte, ob ihm schon mal soziale Ungerechtigkeit widerfahren ist.“

"Wir können versuchen, etwas zu verbessern"

So ähnlich sehen das auch Melissa Alles, Melissa Heim und Emily Engels aus der Klasse 6.5. „So können wir versuchen, etwas zu verbessern. Wenn wir hier unsere Meinung sagen, können andere das auch später hören.“

Der Youtube-Kanal, auf dem die fertigen Videos der Aktion zu sehen sein werden, ist auf der Plattform unter dem Suchbegriff „youngcaritasMK“ zu finden.

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