Wohnungsbrand an der Bachstraße als Großübung

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Eine Drehleiter aus Meinerzhagen kam auch zum Einsatz. ▪

KIERSPE ▪ Einsatzalarm für den Löschzug Stadtmitte: „Wohnungsbrand Bachstraße,” lautet die Nachricht auf dem Display des Meldeempfängers. Jedes Mitglieder des Löschzugs trägt eines dieser kleinen Geräte bei sich. Der Zusatz “MIN” verleiht der Nachricht höchste Dringlichkeit. Das Kürzel steht für “Mensch in Not”. An diesem Sonntagmorgen schnellt der Adrenalinspiegel der Einsatzkräfte dennoch nicht in die Höhe, wie es sonst in vergleichbaren Situationen unvermeidlich ist. Der Einsatz ist eine Großübung.

Die Rauchfahnen, die aus dem Fenster ziehen, stammen von einer Nebelmaschine, die Rußspuren im Gesicht der „Geretteten” sind Schminke. Schließlich soll alles so real wie möglich erscheinen. Mindestens zwei Personen gelten als vermisst. Sofort nach der Alarmierung wird die Drehleiter aus Meinerzhagen angefordert, da das Feuer im fünften Stock ausgebrochen ist. Bald stellt sich heraus, dass eine Rettung ausschließlich über diesen Weg möglich ist. Laut Szenario versperren die Flammen den Durchgang zum Treppenhaus.

Mit schweren Atemschutzgeräten ausgestattet, fahren die Einsatzkräfte im Korb rund fünfzehn Meter hoch zum geöffneten Wohnungsfenster. Wenige Minuten später haben sie zwei Vermisste sicher geborgen. Zeitgleich läuft der erste Löschangriff über das Treppenhaus. Die Helfer am Boden sind eilig damit beschäftigt, auch eine Wasserversorgung für die Drehleiter aufzubauen.

Bevor sie dem Feuer jedoch auch auf diesem Wege zu Leibe rücken können, steht eine schwierige Aufgabe an: Möglicherweise befindet sich eine dritte Person in der brennenden und völlig verqualmten Wohnung. Erneut fahren drei Helfer mit der Drehleiter hoch und bahnen sich einen Weg durch den dichten Rauch. Nach einigen Minuten kann Entwarnung gegeben werden. Die Wohnung ist leer. Die wichtigste Aufgabe –die Rettung der Menschenleben – ist gelöst.

Auch Einsatzleiter Oliver Aberle ist erleichtert. Zumal die Zusammenarbeit mit dem hinzugezogenen Notarzt und dem sechsköpfigen Team des DRK unter Leitung von Jasmin Bölling reibungslos funktioniert hat. Die „Verletzten”, deren Rolle Gabi Kriesten und Sarah Grau spielten, wurden sofort in Obhut genommen und medizinisch versorgt.

Zum angenommenen Szenario gehörte auch, dass die Polizei hinzugezogen wird, um das Gebäude zu evakuieren, ein weiterer Löschzug bei der Brandbekämpfung hilft, und mehr Rettungskräfte zur Betreuung möglicher Verletzter vor Ort sind. Im Rahmen der Übung wurde das aber nur theoretisch in den Ablauf einbezogen. Auch Wehrleiter Georg Würth und Zugführer Bernd Kriesten verfolgten das Geschehen. Letzterer hatte das Szenario ausgearbeitet. Abschließend trafen sich alle im Gerätehaus zur “Manöverkritik“. ▪ von Petra Schüller

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