Vor dem Isern: Arbeiten sollen bald weitergehen

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Nach dem Abriss der Märkischen Werkstätten ist eine Fläche entstanden, auf der rund zehn Wohnhäuser entstehen könnten. Im Hintergrund ist die ehemalige Werkstatthalle zu sehen, in der eine Wohngemeinschaft entstehen soll.

Kierspe  - Ruhiger als in Rönsahl derzeit kann es in einem Baugebiet nicht zugehen. Selbst im oberen Teil, in dem noch ein Teil der alten Märkischen Werkstätten steht, tut sich seit Monaten nichts mehr. Das kann sich allerdings in naher Zukunft ändern, so teilt es Horst Becker mit.

Unverändert steht ein „Werbeschild“ an der Straße Vor dem Isern in Rönsahl, um potenziellen Bauherren Lust auf ein Eigenheim im Herzen des Grenzdorfes zu machen. Dort, wo früher die Volksschule und später die Märkischen Werkstätten untergebracht waren, sollen rund zehn Einfamilienhäuser entstehen, in der ehemaligen Werkstatthalle, die im oberen Bereich des Geländes, nahe der Servatiusschule, stehen geblieben ist, eine Wohnanlage. 

Und während in dem Baugebiet noch nicht ein einziges Fundament gegossen wurde, ruhen die Arbeiten im Bereich der Halle seit Monaten. Auskünfte zum Baugebiet wollte der mit der Vermarktung beauftragte Architekt Ulrich Rechenberger nicht geben. Zu groß die Verärgerung über einen Bericht der Meinerzhagener Zeitung im Dezember 2016, in dem es um die Beeinträchtigung des Schulbetriebs der Servatiusschule durch die Bau- und Abrissarbeiten ging. Zuvor, Ende September 2016, hatte Rechenberger gegenüber der MZ noch berichtet, dass er damit rechne, dass der Abriss des alten Gebäudes in den kommenden drei Wochen abgeschlossen sei und im Frühjahr 2017 mit dem Bau der Eigentumswohnungen begonnen werden könne. 

Warum das bislang nicht geschehen ist, dazu konnte auch der Rönsahler Horst Becker aus Rönsahl nichts sagen, sehr wohl aber zu den Plänen, die die ehemalige Werkstatthalle betreffen. Denn der Architekt Becker war von dem Investor und Eigentümer der GMWG-Projektentwicklung-Gesellschaft mit Sitz in Winterberg gebeten worden, sich um die Erlangung einer Baugenehmigung zu bemühen, nachdem der Märkische Kreis einen Baustopp verfügt hatte. Mittlerweile dürfe dort aber wieder gebaut werden und Becker geht von einem Beginn der Arbeit im Frühjahr bei milderen Temperaturen aus. Nach den Schilderungen des Rönsahler Architekten sollen im Obergeschoss zehn und im Erdgeschoss acht Zimmer entstehen, in die sich Menschen in einer Art Wohngemeinschaft einmieten können. Zusätzlich soll es im Obergeschoss noch Gemeinschaftsräume und eine Küche geben. 

Das Angebot richtet sich in erster Linie an ältere Menschen, die ihren Lebensabend nicht alleine verbringen möchten, aber nicht in ein Seniorenzentrum oder Betreutes Wohnen ziehen möchten. „Allerdings handelt es sich nicht um ein Altenheim. Sollte ein Bewohner Pflege benötigen, muss er individuell einen Pflegedienst beauftragen, der nichts mit dem Haus an sich zu tun haben wird“, stellt Becker klar. Erdacht und geplant wurde das Projekt noch zu Zeiten der rot-grünen Landesregierung, der es ein Anliegen war, solche Wohngemeinschaften zu fördern. Nach Angaben von Becker gibt es davon derzeit rund 500 im Land, die Regierung in Düsseldorf wollte die Zahl auf rund 2500 steigern. 

Einmieten werden sich die Bewohner beim Investor, der auch Eigentümer des Gebäudes ist. Dort hatte es wohl auch im ersten Anlauf der Genehmigung den Knackpunkt zwischen dem Betreiber der WG und dem Märkischen Kreis gegeben. Der Kreis war nämlich aufgrund der ersten Planungen irrtümlich davon ausgegangen, dass im Grunde ein Altenheim entsteht. Nachdem mittlerweile alle Missverständnisse geklärt sind, kann der Bau weitergeführt werden. 

Weitere Verzögerungen, die sich auch auf die Vermarktung der Grundstücke ausgewirkt haben könnten, sind in der Parksituation zu suchen.  Derzeit befindet sich an der Straße Vor dem Isern noch ein Parkstreifen, der früher von den Mitarbeiter der Märkischen Werkstätten genutzt wurde und heute von Rönsahlern genutzt wird. Da durch die Erschließung des kleinen Baugebiets Parkplätze in diesem Bereich wegfallen, sollen nun zusätzliche am Ende der Straße und damit in der Nähe von Halle und Schule gebaut werden. Ein Teil soll zur neuen WG gehören, ein anderer Teil öffentlich sein und vor allem während der Schulstunden den Lehrern der Servatiusschule zur Verfügung stehen. 

Die WG soll später von der Westseite aus betreten werden. Von dem Haupteingang gibt es dann auch einen Zugang zum Aufzug, der bereits jetzt vorhanden ist und später von den Bewohnern und Besuchern genutzt werden soll. Die Zimmer selbst sollen rund 16 bis 20 Quadratmeter Fläche haben und in diesen wird eine auch jeweils Nasszelle integriert. Alle Aktivitäten außerhalb der Zimmer spielen sich dann aber in einem großen Gemeinschaftsraum und in der Gemeinschaftsküche ab.

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