Projekt „Sozial genial“ senkt die Hemmschwelle

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Im Rahmen der Woche der Ausbildung besuchten Regina Linek sowie Henning Preuß und Olaf Stelse die Seniorenresidenz, wo sie das Gespräch mit Michael Nevis, Samuel Eikermann, Maria Karaoglou, Björn Zenker und den Azubis Kyra Pawlowski, Dominik Töteberg und Justine Enns führen konnten.

Kierspe - „Wir haben hier eine außergewöhnliche Situation“, meinte Regina Linek vom Arbeitgeberservice, die zusammen mit Berufsberater Henning Preuß im Rahmen der Woche der Ausbildung in die Seniorenresidenz nach Kierspe gekommen war. Die Aussage bezog sich auf die aktuell elf Auszubildenden der Einrichtung an der Montigny-Allee.

Neun Azubis arbeiten im Pflegebereich, zwei in der Küche als Koch. Fünf weitere sollen im August dazu kommen, erklären Michaela Nevis und Samuel Eikermann, die beiden Leiter der Einrichtung, ihren Gästen von der Agentur für Arbeit sowie Olaf Stelse, der Bürgermeister Frank Emde in der Seniorenresidenz vertrat. Im Haus an der Montigny-Allee sollen eine Kauffrau für das Gesundheitswesen, ein Koch und drei Pflegekräfte ihre Ausbildung beginnen.

„Die Stellen sind schon besetzt“, freuen sich Eikermann und Nevis. Auch hinsichtlich der angehenden Pflegekräfte seien schon Bewerbungsgespräche geführt worden. Nun warten die beiden Einrichtungsleiter auf die Anträge, die nicht nur in der Seniorenresidenz, sondern auch in einer Pflegeschule gestellt werden müssten.

Es gebe immer wieder einmal Ausbildungsabbrecher, sagt Michael Nevis, weil sie sich den Beruf romantischer vorgestellt haben. Dass die Einrichtung dennoch immer wieder Pflege-Azubis erhalte, liege einerseits an der Bezahlung, die im ersten Lehrjahr bei 980 Euro und damit höher als in anderen Häuser liege.

Auf der anderen Seite aber auch an den „sehr guten Übernahme-Chancen“, fügt Samuel Eikermann hinzu. Darüber hinaus würden künftige Azubis vor der Ausbildung ein Praktikum machen oder als Pflegeassistent angestellt, „damit sie wissen, was auf sie zukommt“.

Zu den Besonderheiten gehört aber auch das Projekt „Sozial genial“: In Zusammenarbeit mit Gesamtschullehrerin Astrid Kahlke kommen jeden Dienstag im Rahmen des Religionsunterrichts Neuntklässler in die Seniorenresidenz, um sich um einen Bewohner zu kümmern, mit ihnen einkaufen zu gehen oder auch mal wieder einen Lottoschein auszufüllen.

Das laufe so gut, dass viele Gesamtschüler nicht nur einen „festen Alten“ hätten, sondern auch nach dem Schuljahr weiterhin „ihren“ Senior besuchen beziehungsweise nach ihm oder ihr schauen. Sogar bei Festen, die zumeist samstags stattfinden, kämen die Schüler. Das Projekt soll ausgeweitet werden, daher hat man auch längst Kontakt mit dem Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen aufgenommen – von dort kommen auch Schüler. Die Hemmschwelle sei für diese Schüler deutlich niedriger, sich in der Seniorenresidenz um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Zumal sie auch schon guten Kontakt zu den Einrichtungsleitern hätten.

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