Wirtschaftlich gutes Jahr für Waldbauern

+
Vor allem bei den Setzlingen haben die Waldbauern nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Das kann Förster Uwe Treff bei jedem Gang in den Wald sehen. ▪

KIERSPE ▪ „Ob der Eichensetzling noch wächst, oder ob er bereits abgestorben ist, werden wir erst im kommenden Jahr erfahren“, so Förster Uwe Treff, der auf einer von Kyrill verwüsteten Fläche steht, die nach der Beseitigung der umgestürzten Bäume in diesem Jahr wieder aufgeforstet wurde. Doch das gestaltete sich nicht so einfach.

„Die Kulturzeit fiel aufgrund des langen und harten Winters sehr kurz aus. Uns standen im Grunde nur der April und der Mai für diese Arbeit zur Verfügung“, erinnert sich Treff. Bereits zum Ende der Pflanzzeit sei es dann zum erstenmal sehr warm geworden.

Danach habe es zwar eine kurze Regenperiode gegeben, an die sich aber eine langanhaltende Hitze, verbunden mit Trockenheit, angeschlossen habe, die bei den jungen Kulturpflanzen für Ausfälle von bis 50 Prozent gesorgt hätte. Treff: „Doch selbst die Pflanzen, die es schaffen, werden in ihrem Wachstum einige Jahre hinter den anderen hinterher bleiben.“

Ausgebracht wurden die jungen Pflanzen zu rund 50 Prozent als Ersatz für Bäume, die im Rahmen der Durchforstung entnommen wurden, und zur anderen Hälte, um Kahlschlagflächen wieder aufzuforsten. Zum Teil waren letztere Flächen durch Stürme geräumt worden, zum Teil aber auch durch das bewusste Fällen großer Bestände.

Wobei der Kahlschlag durch den Gesetzgeber auf eine zusammenhängende Fläche von zwei Hektar begrenzt ist.

Doch das Wetter hatte auch Vorteile für den Wald, so sorgte die Regenperiode zwischen den beiden Hitzephasen dafür, dass die Borkenkäfer an ihrem Ausflug gehindert wurden. Das hatte zur Folge, dass die Schäden durch die Insekten sich in diesem Jahr sehr in Grenzen halten.

Doch nicht nur die geringen Schäden durch den Borkenkäfer freuen den Förster, sondern auch das Ausbleiben größerer Stürme. „Wir haben aus Sicht der Holzwirtschaft ein gutes Jahr“, da ist sich Treff sicher. Fest machen kann er das auch am Holzpreis, der in diesem Jahr kontinuierlich gestiegen ist.

So lagen die Holzpreise im Januar noch bei 72 Euro für den Festmeter Fichte, derzeit werden rund 87 Euro für die gleiche Menge bezahlt. Zum Vergleich: In den ersten Monaten nach dem Orkan Kyrill wurden gerade einmal 32 Euro für den Festmeter gezahlt. Das führte dazu, dass die Waldbauern das ganze bisherige Jahr für Einschläge nutzen konnten.

Verkauft wird das Kiersper Holz übrigens zu 80 Prozent an Sägewerke im Sauerland. „Nur 20 Prozent werden außerhalb der Region zu Geld gemacht“, freut sich der Kiersper Revierförster. ▪ Johannes Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare