Bericht der Landesregierung

Wind- und Sonnenenergie: In Kierspe ist mehr drin

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Auch in Kierspe und Meinerzhagen werden die Potenziale, die Wind- und Solarenergien bieten, nur wenig ausgeschöpft. Genutzt werden sie beispielsweise durch Fotovoltaik-Anlagen wie der auf dem Dach der Sporthalle der Gesamtschule (Bild), Betreiber sind die Stadtwerke.

Kierspe - Die Potenziale, die Erneuerbare Energien bieten, werden vielerorts in Nordrhein-Westfalen nur in geringem Maße ausgeschöpft – so auch in Kierspe und Meinerzhagen. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Regierung im Landtag auf eine Große Anfrage der Grünen vorgelegt hat.

Bereits im Jahr 2012 ließ die damalige NRW-Regierung in den einzelnen Kommunen die Potenziale von Windkraft und Sonnenenergie ermitteln. Diesen Werten zum Vergleich gegenüber stehen nun Zahlen, die den Ist-Zustand im Jahr 2018 darlegen. 

So werden in Sachen Windenergie landesweit von einem Gesamtpotenzial von 72,1 Terawattstunden pro Jahr bislang erst 11,4 genutzt. Noch deutlicher ist die Diskrepanz bei der Dachflächen-Fotovoltaik: Hier beträgt das Gesamtpotenzial in Nordrhein-Westfalen 68,7 Terawattstunden, genutzt werden bis dato 4.1, Verschwindend gering im Land ist bislang mit 0,2 Terawattstunden der Wert bei der Freiflächen-Fotovoltaik, wo bei optimaler Ausschöpfung 38,5 möglich wären. 

Windräder und Freiflächen-Solaranlagen sind in Kierspe bekanntlich bisher „Fehlanzeige“. Dabei gebe es hier laut der Zahlen von 2012 ein Windkraft-Potenzial von 129 Gigawattstunden pro Jahr. Was Freiflächen-Fotovoltaik betrifft, läge die installierbare Leistung bei 23,4 Megawatt peak. Bei Solar-Dachanlagen liegt dieser Wert bei 70 Megawatt peak. Dem gegenüber stand 2018 eine tatsächlich installierte Leistung von vier Megawatt peak. 

In der Nachbarstadt Meinerzhagen zeigt sich in puncto Solarenergie ein ähnliches Bild. Freiflächenanlagen gibt nicht (das Potenzial liegt bei 41,3 Megawatt peak). Bei Dachanlagen beträgt die installierbare Leistung 90 Megawatt peak, der tatsächliche Wert 2018 lag bei drei Megawatt peak. Damit liegen die beiden Volmestädte im Großen und Ganzen im „Trend“, was große Teile Südwestfalens und auch des Rheinlandes angeht. 

In diesen Regionen gelingt es nur wenigen Kommunen, ihr Windkraft-Potenzial zu mehr als zehn Prozent auszuschöpfen. Insgesamt besser sieht es hingegen in Münsterland, Ostwestfalen und am Niederrhein aus. Festzuhalten ist, dass es sich bei den 2012 ermittelten Potenzialen freilich um Optimal-Werte handelt. Die Realität sieht für viele Kommunen anders aus. Was Windräder betrifft, ist ein Grund hierfür die im Landesentwicklungsplan festgelegte neue Regelung, dass zu Wohnbebauungen ein Abstand von 1500 Metern einzuhalten ist. 

Darüber hinaus steht zum Thema Windkraftanlangen und Abstand demnächst auch eine bundesweite Regelung an. Kommunen und Stadtplaner stehen entsprechend vor komplizierten Sachverhalten – so wie Meinerzhagens Stadtplaner Friedrich Rothaar. 

Wie er im MZ-Gespräch erklärt, seien bereits in einem Flächennutzungsplan von 2005 Konzentrationszonen für Windräder ausgewiesen worden und entsprechend auch in den folgenden Jahren aktualisiert und neu ausgewiesen worden. Die neuen Regelungen machen solche Planungen allerdings hinfällig. „Es macht keinen Sinn unser entwickeltes Verfahren fortzuführen, wenn neue Regelungen kommen“, erklärt Friedrich Rothaar. „Man muss erst mal abwarten, was der Bundesgesetzgeber entscheidet.“

Die Anlagen in Kierspe und Meinerzhagen

In Kierspe wurden in Sachen Solarenergie im Jahr 2010 die Stadtwerke aktiv. Für diese steht zwar freilich die Versorgung der Bürger mit Gas und Wasser klar im Mittelpunkt, doch mittlerweile betreiben die Stadtwerke bereits vier Fotovoltaik-Dachanlagen. Die größte befindet sich auf dem Dach der Sporthalle der Gesamtschule, wo circa 660 Module angebracht sind. Die weiteren Solaranlagen sind auf den Dächern der Schwimmhalle, des Bauhofs und des C-Turms der Gesamtschule untergebracht. Windräder und Freiflächen-Solaranlagen und gibt es in Kierspe bisher nicht. Letztere sind auch in der Nachbarstadt Meinerzhagen bislang nicht zu finden.

Anders sieht es mit Windkraft aus: Im Stadtgebiet gibt es insgesamt vier Windenergieanlagen, die zwischen circa 100 und 120 Meter hoch sind. Ihre Leistungen betragen zwischen 660 und 1800 Kilowatt. Fotovoltaik-Anlagen betreibt die Stadt beispielsweise auf der Grundschule „Auf der Wahr“ und dem Hausmeisterhaus der Sekundarschule.

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