Widerlager für Neubau der Kerspe-Brücke montiert

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Der Bach wurde durch ein großes Metallrohr an der Baugrube vorbeigeführt. ▪

KIERSPE ▪ Gut 20 Meter hoch schwebte der schwere Betonkörper über den Wipfeln der Bäume. Behutsam ließ der Hydraulikkran ihn dann herunter. Nur wenige Millimeter über den Fundamenten im Bachbett blieb er hängen und wurde von zwei Mitarbeitern der Mendener Firma Krutmann ausgerichtet und schließlich von dem Kran passgenau abgesetzt. Gestern wurden an der Kerspe-Brücke in Mühlen-Schmidthausen die Widerlager montiert.

Dabei handelte es sich um vier große Elemente, von denen jedes 12,5 Tonnen wiegt. Alle nacheinander schwebten am Haken des Krans vom Tieflader aus auf die Betongründe. Um diese zu gießen, war an den Seiten des Bachbettes bereits vor mehreren Wochen ab der Fahrbahnoberfläche vier Meter tief ausgebaggert worden. Die Fundamente waren wegen des weicheren Untergrunds im Umfeld des Bauwerks doch auch etwas größer dimensioniert worden als erst geplant. Als Verschalung dienten Stahlkästen, die bis aufs feste Gestein abgesenkt wurden und den Beton so ebenfalls vor Wasser schützten.

Eigentlich sollte die Maßnahme bereits abgeschlossen sein, doch kam es zu einer Verzögerung, weil bei dem Fertigteilwerk in Dorsten unerwartet Lieferschwierigkeiten auftraten. Die Stahlanker, die für den Transport der Betonbauteile notwendig sind, fehlten. Daher ruhten die Arbeiten im Kerspetal einige Wochen.

Doch jetzt gehen sie unter umso mehr Hochdruck weiter: „Nachdem die Elemente der Widerlager platziert sind werden sie als nächstes vergossen“, erläuterte Erich Heymer vom Ingenieurbüro für Bautechnik aus Wetter an der Ruhr, der die Planung übernommen hatte und auch die Bauaufsicht hat, die weitere Vorgehensweise. So werden die einzelnen Teile miteinander verbunden. Die Lieferung der Widerlager in zwei Teilen ermöglichte es, die Anlieferungskosten zu senken, weil sonst ein nächtlicher Spezialtransport erforderlich gewesen wäre.

„In der nächsten Woche wird das Bachbett wieder schön hergerichtet, Erde angefüllt und Steine angeschüttet“, so Heymer. Ende des Monats kommt dann die Brückenplatte und wird auf die Widerlager, die bis dahin dann genug Zeit zum Aushärten hatten, aufgesetzt. Anschließend kann asphaltiert werden, so dass die Brücke etwa Mitte Juli wieder für den Verkehr zur Verfügung steht.

Lob von Stadtwerken

und Kreis

Wenn von der Verzögerung einmal abgesehen wird, zeigte sich der Planer gestern insgesamt mit dem Ablauf und dem Ergebnis recht zufrieden. Besonders auch, weil hohe Umwelt- und Naturschutzauflagen in dem sensiblen Bereich zu erfüllen waren, was sehr gut geklappt habe. Seitens der Wuppertaler Stadtwerke wie auch des Märkischen Kreises habe es Lob gegeben, so der Planer. Zwischenzeitlich waren die Fundamente sogar vom Wasser der Kerspe umspült gewesen. Für die Widerlager aber wurde alles abgepumpt und die Baugrube trocken gehalten. Dafür war an der Baustelle vorbei ein Metallrohr gelegt worden, wo der Bach so lange hindurchfloss.

Um die Betonelemente gestern zu platzieren, stand ein 160-Tonnen-Kran der Firma Wilden aus Wuppertal zur Verfügung. Dieser kann bis zu einer Höhe von 60 Meter ausgefahren werden, was aber gar nicht nötig war, denn so hoch waren die Bäume nicht. Als schwierig gestaltete sich die Enge auf der schmalen Straße sowie besonders der weiche Untergrund. So setzten die seitlichen Stützen auf großflächigen Platten auf, damit der Kran genug Halt hatte und sicher stand.

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