Familienzentrum Liederwiese als Literaturkita zertifiziert

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In einer eigenen kleinen Bibliothek können sich die Kindergartenkinder Bücher ausschuchen. Möglich wurde diese Einrichtung durch Spenden der Eltern.

KIERSPE - Die Stadtbibliothek oder eine Buchhandlung sind Orte, an denen man Kinder im Vorschulalter nicht vermutet. Doch für die Kinder, die das Familienzentrum Liederwiese der Awo besuchen, ist der Umgang mit Büchern Alltag geworden. Ist das Zentrum doch nun als „Literaturkita“ zertifiziert.

Von Johannes Becker

„Sprachförderung hat in unserer Kindertagesstätte schon immer eine große Rolle gespielt. Und auf einer Fortbildung wurde die Literaturkita vorgestellt“, erklärt die Leiterin des Familienzentrums Dana Schlag. Ein Jahr habe es dann gedauert, bis man das Zertifikat bekommen habe. Und in dem einen Jahr habe man viel Arbeit leisten müssen, um dem Bildungszentrum des Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Eignung nachzuweisen.

Zahlreiche Fortbildungen zum Thema Sprachförderung, Literatur und Philosophieren, die Verankerung der literaturpädagogischen Arbeit im Einrichtungskonzept, ein Konzept für die Zusammenarbeit mit den Eltern, die Kooperation mit Büchereien, Buchhändlern und Schule sowie ein reichhaltiges Angebot an Bilderbüchern verschiedener Arten mussten dokumentiert werden.

„Besonders das Vorlesen ist ein wichtiger Beitrag zur Sprachentwicklung und Sprachförderung, deshalb haben wir Lesepaten gesucht und auch Grundschüler der Pestalozzischule kamen in den Kindergarten, um den Kindern vorzulesen“, erzählt die Erzieherin Michaela vom Brocke.

Damit die Kinder aber auch wie selbstverständlich mit Büchern umgehen, wurde eine kleine Bibliothek im Untergeschoss eingerichtet. Möglich wurde die Anschaffung der Bücher durch Spenden der Eltern. Und diese werden auch in den Betrieb der Literaturkita einbezogen, beispielsweise bei der Vorstellung neuer Bücher im Elterncafé. Es gibt aber auch Buchvorstellungen in der Tagesstätte und regelmäßig wird das Buch des Monats gewählt.

Aber auch außerhalb des Familienzentrums sollen die Kinder mit Büchern in Kontakt kommen. So wurde die Stadtbibliothek besucht und auch die Buchhandlung Timpe – mit beiden gibt es eine Kooperation.

Den Erfolg ihrer Bemühungen haben die Erzieherinnen täglich vor Augen. Denn gerne greifen die Kleinen zu einem Bilderbuch. Etliche von ihnen freuen sich bereits auf die Schule, damit sie endlich die Bücher auch lesen und nicht nur anschauen können.

Schlag: „Wir wollen ja nicht nur das Sprachvermögen fördern, sondern den Kindern auch einen Zugang zu Wissen zeigen. Doch Bücher können noch viel mehr: Sie beflügeln die Fantasie, laden zum Nachdenken ein und stellen moralische Fragen. Außerdem können die Kinder das Gelesene in Rollenspielen noch einmal erleben.“ „Kinder, die durch Vorlesen Zugang zur Sprache bekommen, entwickeln einen selbstverständlichen Zugang zu Büchern. Letztlich ist das auch ein Beitrag für mehr Chancengleichheit“, fasst vom Brocke die Bemühungen zusammen.

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