Spannendes Wetterjahr 2015: Hitze, Blitze, früher Schnee

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Am 2. Februar 2015 waren die Schneepflüge im Einsatz. Insgesamt kam es im vergangenen Jahr nur zu wenigen Fahrten für die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes.

Kierspe - Was bleibt einem im Gedächtnis, wenn man an das Wetter des vergangenen Jahres zurückdenkt? Heiß war es – im Sommer. Warm im Frühjahr und auch die ersten Wintermonate November und Dezember hatten nur wenig Winterliches.

Zu diesem Schluss kommen nicht nur viele Bürger, sondern auch der Kiersper Wetterfrosch Marc Thiessenhusen. Er selbst beschreibt das vergangene Kiersper Wetterjahr als „spannend“. Mit lediglich einer Frostnacht und knapp 7 Grad Abweichung gegenüber dem Klimamittel (von 1961 bis 1990) machte vor allem der Dezember von sich Reden. Thiessenhusen weist darauf hin, dass die genannten Abweichungen sich bei der Temperatur auf das Klimamittel der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Meinerzhagen (1961 bis 1990) und beim Niederschlag auf das Klimamittel der Wetterstation des DWD in Kierspe-Höckinghausen (1961 bis 1990) beziehen.

Auf seiner Internetseite www.meteo-nrw.de hat der passionierte Hobby-Meteorologe Daten und Fakten aus 2015 zusammengetragen und ausgearbeitet. Ein Blick lohnt sich, und hält doch noch so manche Überraschung bereit.

Wer kann sich beispielsweise noch an die insgesamt 30 Schneetage und eine Schneedecke von bis zu 20 Zentimetern (4. Februar) erinnern? Es gab sie im Februar (14 Tage), Januar (10 Tage), April und Oktober (jeweils 1 Tag) und auch im November (4 Tage). Apropos Kälte: Trotz des Wärme-Jahres 2015 kommt Kierspe auf insgesamt 80 Frosttage, an denen das Thermometer unter die Null-Grad-Grenze sank. „Verglichen mit den Vorjahren ist aber auch die Anzahl der Schnee- und Frosttage 2015 recht gering“, sagt Thiessenhusen. Auffällig sei zudem, dass es nur einen Eistag – auch tagsüber nicht über 0 Grad – gegeben habe.

 Die tiefste Temperatur verzeichnete mit -10,1 Grad der 7. Februar, am wärmsten war es am 4. Juli 2015 mit 34,7 Grad Celsius. Sogenannte Sommertage, an denen das Quecksilber auf mehr als 25 Grad kletterte, konnten Kiersper in ihrer Heimatstadt an 26 Tagen genießen. Heiße Tage mit mehr als 30 Grad gab es an elf Tagen im Jahr. „Das ist schon ordentlich“, beurteilt der Wetterexperte. Der Juni des Jahres 2015 war hingegen nicht außerordentlich warm, „eher ein normaler Monat“. Nur vier Sommertage und eine Durchschnittstemperatur von 14,6 Grad verzeichnet Marc Thiessenhusen auf seiner Webseite. Am 17. Juni zeigte das Thermometer kurzzeitig gerade einmal 2,6 Grad.

Und wie sieht es mit Niederschlägen im vergangenen Wetterjahr aus? An 184 Tagen regnete es in Kierspe. „Das ist schon sehr wenig. Normalerweise kommen wir im Jahr in dieser Region auf mehr als 200 Tage.“ Insgesamt ergossen sich über die Volmestadt 1096,7 Liter pro Quadratmeter. Am nassesten war der November, in dem es an 20 Tagen 179,2 Liter pro Quadratmeter regnete. Auch der heißeste Monat des Jahres, der Juli, hatte laut Aufzeichnungen von Marc Thiessenhusen 17 Niederschlagstage zu verzeichnen an denen es 134,8 Liter pro Quadratmeter regnete. Trocken war hingegen der Oktober mit nur 33 Litern pro Quadratmeter, gefolgt vom Mai (43,4 Liter/m2). Heftige Sommergewitter mit Hagel, Blitz und Donner krachten zudem im Juli auf die Volmestadt nieder. Die Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr lag bei 9,2 Grad, was eine Abweichung von 2,1 Grad zum Klimamittel ausmacht.

Thiessenhusen: „Das entspricht dem derzeitigen Klimatrend.“ „Es war ein Jahr der Rekorde“, sagte der Kiersper, nicht nur im Hinblick auf seine Heimatstadt. Der Hitzerekord von 40,2 Grad Celsius aus dem Jahr 2003 bei Karlsruhe wurde gebrochen. Am 4. Juli wurde ein bundesweiter Hitzerekord von 40,3 Grad in Kitzingen (Nordbayern) aufgezeichnet. Gegenüber steht der früheste Oktoberschnee seit Jahrzehnten in NRW, der auch Kierspe die erste weiße Decke bescherte, gefolgt von einem viel zu warmen November und Dezember mit einer Durchschnittstemperatur von 7 Grad, was wiederum 6,8 Grad zum Klimamittel ausmacht.

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