Sauerländer Nadelholz bringt Spitzenerlöse

+
Noch immer erzielen die Sauerländer Waldbesitzer Höchstpreise für ihr Holz. Förster Uwe Treff ist mit dem wirtschaftlichen Ergebnis trotz leicht gesunkener Verkaufspreise sehr zufrieden.

Kierspe - Obwohl der Holzpreis vom Frühjahr bis zum Herbst des vergangenen Jahres leicht gesunken ist, werden in der Region immer noch die höchsten Preise für das Stammholz von Nadelbäumen erzielt. Ein erstaunliches Ergebnis, gerade auch im Hinblick darauf, dass durch den Frühjahrssturm Niklas mehr Holz auf den Markt kam als gewünscht. Und auch die Bereitschaft der Waldbesitzer mehr Holz auf den Markt zu bringen, hat an dem guten Preis nichts geändert.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in den Forstrevieren Rönsahl und Kierspe mehr als 10 000 Festmeter Holz geschlagen und verwertet. Wobei der größte Anteil aus dem Revier von Förster Uwe Treff kam. 7278 Festmeter Holz kamen aus dem rund 1600 Hektar großen Bereich. Der größte Teil dieses Holzes stammte aus dem Wald der Besitzer, die sich in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) zusammengeschlossen haben – nämlich genau 5864,4 Festmeter. Der Rest entfiel auf den Bereich des Reviers, der in Meinerzhagen liegt und auf Holz von Waldbesitzern, die nicht der FBG angehören.

Den größten Teil des FBG-Holzes machte Nadelholz aus: 5374,4 Festmeter. Davon wurden 3930,34 Festmeter bei sogenannten Pflegehieben geschlagen, 1444,4 wurden klassisch geerntet. Weitere 590,76 Festmeter waren das Ergebnis des Sturmes Niklas, der im März auch über den Sauerländer Forst fegte. Schaden richtete dieser Sturm auch bei den Laubbäumen an. Dort waren 90,8 Festmeter das Ergebnis des Sturmes, weitere 398,86 Festmeter waren der Ertrag aus Durchforstungsmaßnahmen.

Verkauft werden konnte das Stammholz der Nadelbäume Anfang des Jahres noch für 100 Euro, ab Herbst waren es noch 94 Euro. „Trotz dieses leichten Rückgangs erzielen wir immer noch den höchsten Holzpreis in ganz Europa“, freut sich Treff. Er führt dies auf den guten Zustand des Waldes zurück, der immer noch gut dastände, trotz solcher Großschadensereignisse wie Kyrill vor neun Jahren.

Beim Eichenstammholz ist der Preis seit dem Herbst des vergangenen Jahres sogar gut gestiegen, dort wurden bei guter Qualität Festmeterpreise von 160 Euro erzielt. Treff: „Verkauft haben wir dieses Holz in erster Linie an Betriebe, die für die Möbelindustrie tätig sind und ihren Sitz im Bielefelder und Coesfelder Raum haben.“

Im Frühjahr des vergangenen Jahres musste der Förster immer noch eine gewisse Zurückhaltung beim Einschlag und Holzverkauf bei den Waldbesitzern feststellen. „Seit Mai bewegen wir uns dort aber wieder auf normalem Niveau.“

Doch dort, wo Holz aus dem Wald entnommen wird, müssen neue Bäume angepflanzt und beschädigte Wege instand gesetzt werden. Insgesamt gab es auf Flächen mit einer Gesamtgröße von 1,8 Hektar neun Maßnahmen bei denen 4125 Nadelbäume angepflanzt wurden. Treff: „Beim Laubholz setzen wir auf Naturverjüngung und ziehen diese einer Anpflanzung auch immer vor.“ Die Instandsetzung von Wegen beschränkte sich im vergangenen Jahr auf 1500 Meter, die im Bereich Beckinghausen repariert wurden.

Abgesehen von dem Sturm im März habe es auch keine negativen Wirkungen auf den Wald gegeben. „Abgesehen von einer längeren Trockenphase im Mai wechselten sich Warm- und Trockenphasen so günstig ab, dass das Wetter wachstumsfördernd wirkte. Ganz anders als im Süden Deutschlands, wo die Waldbesitzer mit extremer Trockenheit zu kämpfen hatten“, so Treff.

Auch durch den bislang weitestgehend ausgebliebenen Winter sieht der Förster keine Probleme für den Wald. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass es nochmal 14 Tage richtig kalt wird, damit die Bäume im Frühjahr den richtigen Impuls bekommen“, so der Kiersper Waldfachmann.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare