Wertvolle Geschenke für den Heimatverein

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Jochen Timpe leitet weiterhin die Geschicke des Heimatvereins Kierspe. Am Freitagabend wurde er erneut in seinem Amt bestätigt. Auch Silvia Baukloh von der Frauengruppe gratulierte. ▪

KIERSPE ▪ Ulrich Finke hielt am Freitagabend ein Stück Kiersper Geschichte in Händen, als er den Mitgliedern des Heimatvereins sichtlich begeistert von den neusten Spenden für das Archiv berichtete. „Das ist die Kirchenkasse der Jahre 1842 bis 1861“, strahlte der Ortsheimatpfleger und hielt einen in Leder gebundenen abgegriffenen Einband in die Höhe.

Der Kiersper Karl-Heinz Jünger hatte dieses wertvolle Stück an den Heimatverein abgetreten und darüber hinaus weitere historische Dokumente mitgeliefert: Handschriftliche Originale des Kiersper Heimatdichters Fritz Linde, Dokumente von 1914 über die Gründung eines Bürgervereins und einiges mehr. „Ich finde es immer Klasse, wenn Leute daran denken, uns solche geschichtlichen Zeugnisse zu geben“, so Finke. So könne Vergangenes für die Nachwelt erhalten bleiben. Der Heimatverein freut sich auch über Dokumente, die der eine oder andere vielleicht als unbedeutend ansehen würde, wie alte Handwerkerrechnungen, Zeitungen, Fotos oder Handschriften, die Auskunft über das Leben in vergangener Zeit geben. Wer einen Blick ins historische Kierspe werfen möchte, hat dazu immer mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr die Gelegenheit. Dann ist das Archiv und das Bakelitmuseum im alten Amtshaus für Besucher geöffnet.

„Schön dass unser Verein das durch ehrenamtliches Engagement ermöglichen kann“, lobte der Vorsitzende Jochen Timpe die Mitglieder. Rund 800 Besucher nutzten dieses Angebot im vergangenen Jahr. In den Berichten wurde deutlich, wie aktiv der Heimatverein trotz sinkender Mitgliederzahlen auch 2010 war: Die von Hans-Ludwig Knau, Ulrich Finke und Reinhard Distel erstellten Druckschriften zu den Vorträgen der Reihe Werkstatt Geschichte fanden großen Absatz. „Wir mussten immer wieder weitere Exemplare nachdrucken“, so Timpe. Interessierte können die sechs Hefte in der Buchhandlung Timpe ansehen und erwerben. Einige Instandhaltungsarbeiten am Schleiper Hammer und der Rhader Mühle sind geplant: Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass auf dem steilen Weg zwischen Hammer und Gut Schriever Rinnen und Roste verlegt werden, um das Wasser vom Weg abzuleiten. Auch die Rhader Mühle solle demnächst auf Vordermann gebracht werden. Mit viel Applaus honorierten die Anwesenden den Einsatz von Willi Hoffmann, der sich 30 Jahre lang für das Heiratswäldchen engagierte, nun aber einen Nachfolger sucht. Bislang hätten 170 Paare Bäume gepflanzt – darunter Exotisches wie Mammut- oder Ginkobäume.

Auch Wilhelm Kattwinkel möchte nach 22 Jahren Engagement im Schleiper Hammer etwas kürzer treten, Armin Rachel werde seine Aufgaben übernehmen, erklärte er. Die Frauengruppe des Heimatvereins erwirtschaftete auch 2010 wieder beachtliche Einnahmen durch den Verkauf gestrickter Handarbeiten und der Plattdeutsche Kreis traf sich ebenfalls regelmäßig, um Sprache und Brauchtum zu pflegen. Wie Karin Arnold berichtete, wurden in der Rhader Mühle 2010 insgesamt 761 Brote gebacken, die am Mühlentag, beim Stadtfest und bei anderen Gelegenheiten verkauft wurden. Fünf Ferienspielaktionen und das gemeinsame Brotbacken mit Kindern aus Tschernobyl ergänzten die Palette der Aktivitäten.

Einstimmig beschlossen alle eine Anhebung der Beiträge. Einzelpersonen zahlen ab 2012 15 statt 13 Euro, der Beitrag für Ehepaare steigt von 21 auf 25 Euro. Bei den Wahlen wurden Vorsitzender Jochen Timpe, Stellvertreter Karl Eckes und Kassiererin Tanja Wohlpart erneut in ihren Ämtern bestätigt. Als Beisitzer sind künftig Peter Heins, Marianne Werner, Helmut Bremecker und Fredi Werner aktiv. Abschließend berichtete Hans-Ludwig Knau aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als in der „wilden Kuhle“, dem heutigen „Wildenkuhlen“, Kalk gebrochen und gebrannt wurde. ▪ Petra Schüller

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