Wenn das Wasser raus ist, kommen die Fachleute

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Auch alle Unterwasserscheinwerfer im großen Becken werden ausgetauscht. Die Auszubildende Julia Winter entfernt gerade den ersten Strahler. ▪

KIERSPE ▪ „Den Austausch der Fliesen müssen schon Fachleute erledigen, zu schnell ist die Dichtschicht hinter der Keramik beschädigt. Dann haben wir große Probleme, denn solch ein Leck lässt sich so gut wie nicht mehr abdichten“, erklärt Matthias Pazmann, der als Betriebsleiter des Kiersper Hallenbades auch in diesem Jahr wieder die Sanierungsarbeit beaufsichtigt und gemeinsam mit der Auszubildenden Julia Winter kräftig mit anfasst.

Doch bevor die Fachfirmen ihre Arbeit aufnehmen konnten, mussten erst einmal die 600 000 Liter des großen Beckens und die 70 000 Liter des Lehrschwimmbeckens abgelassen werden. Ein Vorgang, der rund drei Tage dauerte. Während des Ablassen hatten Pazmann und Winter bereits damit begonnen, die Seitenwände des Beckens zu reinigen. „Früher haben wir die Wände von der Leiter aus sauber gemacht. Das hat aber immer viel Zeit in Anspruch genommen. In diesem Jahr haben wir bei niedrigerem Wasserstand die sogenannte Stehstufe im Schwimmerbereich genutzt, um den oberen Beckenbereich mit dem Schwamm zu reinigen“, so Pazmann. Der Boden des Beckens lässt sich deutlich leichter reinigen, da dafür eine Schrubbmaschine benutzt werden kann.

Nachdem das Becken komplett entleert war, haben Betriebsleiter und Azubi alle Fliesen und Fugen kontrolliert und die schadhaften Stellen markiert, damit die Fliesenleger diese umgehend ersetzen beziehungsweise abdichten können. Doch auch außerhalb der eigentlichen Schwimmhalle sind die Fliesenleger im Einsatz. Denn im Bereich der Umkleidekabinen müssen etliche Kacheln erneuert werden.

Dort werden Pazmann und Winter auch alle Sitzbänke mit einem Parkettlack überziehen, damit diese dem Eindringen von Bakterien auch in den nächsten zwölf Monaten widerstehen.

Überhaupt haben der Betriebsleiter und seine Auszubildende noch einiges in den kommenden Wochen zu tun, damit das Bad zum Beginn des Schuljahres wieder voll einsatzbereit ist. So werden in den nächsten Tagen alle 60 Abflüsse ausgebaut, gereinigt und die dahinter liegenden Leitungen gespült.

Ersetzt werden auch noch die acht Unterwasserscheinwerfer. Und natürlich nutzen die beiden Angestellten die Zeit ohne Badegäste auch noch dazu, Deckenlampen zu reparieren und Anstricharbeiten vorzunehmen. Beispielsweise am Sprungturm.

Fachleute heimischer Firmen sind während der Zeit, in der kein Wasser im Becken ist und sich damit auch kein Druck auf den Leitungen befindet, im Keller des Bades damit beschäftigt, die schadhaften Rohre der Filteranlage auszutauschen. In diesem Zusammenhang werden auch etliche Dichtungen erneuert. Pazmann: „Die Lüftungsanlage erhält außerdem noch neue Filter und die Chloranlage wird gewartet.“

Ist all dies geschehen, können die Hallenbad-Bediensteten damit beginnen, neues Wasser ins Becken zu lassen. Bis dieses dann aber von rund 14 auf 28 Grad Celsius erwärmt ist, dauert es einige Tage. Außerdem muss das Wasser aufbereitet werden. „In dem Zustand, in dem es aus der Leitung kommt, kann das Wasser kein Chlor aufnehmen und eignet sich deshalb auch nicht für den Badebetrieb. Pünktlich zum 30. August sollen all diese Arbeiten abgeschlossen sein. Denn an diesem Tag beginnt wieder der ganz normale Betrieb des Bades.

Natürlich werden dann auch wieder neue Kurse angeboten. So ist neben den Schwimmkursen auch geplant, einen Kurs für Aquafitness und einen für Aquagymnastik anzubieten. „Darüber hinaus planen wir für die Herbstferien einen speziellen Schwimmkursus für Grundschulkinder, die noch nicht schwimmen können, beziehungsweise, die ihre Grundkenntnisse ausbauen wollen“, erklärt Pazmann. Anmeldungen für die Kurse nimmt Christine Ebeling unter der Rufnummer 01 73/9 30 30 76 entgegen. ▪ Johannes Becker

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