Weniger Kinder, aber mehr Platz

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Glücksbuttons für Groß und Klein. Erich Mürmann, Marie-Luise Linde, Tanja Kukkel, Iris Beckmann-Klatt und Gordon Dudas mit Kindern und Eltern beim Basteln.

KIERSPE ▪ „Seit August 2008 haben wir hier in der Awo-Kindertagesstätte Rasselbande Kinder unter drei Jahren in der Betreuung, wir sind damit den Anforderungen des Kibiz-Gesetzes sofort gerecht geworden und konnten auf die Bedürfnisse der Eltern schon sehr frühzeitig eingehen“, resümierte Erich Mürmann in seiner Eröffnungsrede zur Vorstellung des Anbaus der Einrichtung an der Höherstraße.

Er führte am Samstagmorgen aus: „Allerdings kam dann im November 2008 die Raumgrößenverordnung und damit stand fest, dass wir an der Höherstraße eigentlich genügend Räume für die Kinder, auch für die unter drei Jahren hatten, allerdings nicht in der vorgeschriebenen Größe“.

Nach einigen Überlegungen, wie die Räumlichkeiten am besten für die Bedürfnisse der Kinder gestaltet werden können, lag dann am 16. Mai des vergangenen Jahres die Genehmigung für den Umbau vor und die Awo wurde sofort aktiv. Das Geld für das 300 000-Euro-Projekt seien zwar von Land und Stadt freigegeben worden, standen aber noch nicht wirklich zur Verfügung. Um keine weitere Zeit verstreichen zu lassen, ging die Awo in die Vorfinanzierung und konnte so während der Sommermonate den größten Teil des Umbaus realisieren. Im Oktober waren die ersten Räume bezugsfertig, jetzt endlich hat der normale Kindergartenbetrieb wieder Einzug gehalten und die öffentlichen finanziellen Mittel sind auch geflossen.

Der Eingangsbereich der Einrichtung wurde komplett umgestaltet, ein großer Teil angebaut, so dass neue Räume für die Kinder hinzukamen. Diese wurden am Samstag der Öffentlichkeit präsentiert, was zahlreiche Eltern, Nachbarn, Vertreter der heimischen Fraktionen, die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde und auch der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas zum Anlass nahmen, sich alles anzusehen und ihre Grüße zu übermitteln. Die Awo war durch Geschäftsführer Hubert Puder und Betriebsleiter Johannes Amft vertreten. Gratuliert zur Eröffnung wurde ferner durch Iris Beckmann-Klatt als Fachdienstleiterin und Ulrike Backhaus als Fachberaterin des Jugendamtes Märkischer Kreis. Klaus Stöhr und Ellen Schöneberg vom Awo-Ortsverein überreichten der Einrichtungsleiterin für die Kinder zwei Dreiräder.

„Die Tagesstätte hat derzeit 53 Kinder in der Betreuung“, berichtete Leiterin Sandra Stein. „Auf der Etage des Haupteingangs von der Höherstraße aus sind jetzt die Kinder der Kükengruppe, die zwischen vier Monaten und drei Jahren alt sind, dort sind durch den An- und Umbau ein Gruppenraum und mehrere Schlafräume entstanden, jedes Kind hat sein eigenes Bett. Das nahm dann der anderthalbjährige Louis, der seit September in der Einrichtung ist, gleich ernst, ließ sich von seinem Papa die Schuhe ausziehen und präsentierte, wie man sich im Kindergarten im eigenen Bettchen erholen kann.

Auf der oberen Etage ist die Mäusegruppe mit den zwei bis sechsjährigen und in den unteren Räumen die Maulwurfgruppe mit den drei- bis sechsjährigen Kindern.

Früher betreute das achtköpfige Team der Rasselbande mehr als 70 Kinder, heute sind die Anforderungen anders, jüngere Kinder benötigen mehr Aufmerksamkeit und auch mehr Platz, so hat sich die Anzahl der Kinder auf 53 verringert.

Sabine Dietrich stand als Architektin federführend für das Projekt und war wie auch Ortsvereinsvorsitzender Erich Mürmann regelmäßig vor Ort. Die Arbeit lief Hand in Hand, wie beide versicherten und bei der Auftragsvergabe der Handwerkerarbeiten war es allen ein Anliegen, möglichst heimische Betriebe mit den Tätigkeiten zu betreuen, was auch weitestgehend umgesetzt werden konnte. „Der Umbau war, da er während des ganz normalen Kindergartenbetriebes stattgefunden hat, für alle Beteiligten eine Herausforderung“, berichtete Sabine Dietrich. „Bei manchen der ganz kleinen Kinder hatte man das Gefühl, dass sie noch nicht richtig sprechen konnten, aber als der Bagger für den Abriss des Eingangsbereiches vorfuhr, war in aller Münder nur noch das Wort Bagger. Wir hatten oft die Kinder als Zaungäste, für die Kleinen war es ein echtes Abenteuer, was hier in den vergangenen Monaten alles geschah.“

Nach der offiziellen Begrüßung durch Erich Mürmann sangen die Kinder zwei Lieder: Mit dem Lied „Im Kindergarten“ beschrieben sie das, was alles so im Kindergarten geschieht und wie wichtig diese Erlebnisse für die Zukunft sind. Mit dem Lied „Mampf, mampf, mampf“ dokumentierten sie, was alles wichtig hinsichtlich der Ernährung ist, damit man fit bleibt. Bis in die Nachmittagsstunden standen die Räume der Öffentlichkeit offen und das Erzieherteam war mit zahlreichen Eltern auf allen Etagen aktiv, um die Besucher mit Kaffee und Kuchen zu versorgen, die Kinder zu schminken oder bunte Glücksbuttons zu gestalten. ▪ Andrea Haase

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