Welle der Anteilnahme für die VHS

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VHS-Leiterin Marion Görnig hat ihr Büro bei sich zuhause eingerichtet. Sie freut sich über die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft von allen Seiten.

KIERSPE - Bei allem Unglück gibt es für das Team der Volkshochschule nach dem Brand im Alten Amtshaus jetzt auch etwas Grund zur Freude, denn dieses sieht sich mit einer wahren Welle der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft konfrontiert, was aus Sicht von VHS-Leiterin Marion Görnig zeigt, wie sehr sich viele Menschen mit der Weiterbildungseinrichtung verbunden fühlen.

Am wichtigsten aber ist erst einmal die positive Nachricht, dass nicht nur die weitere Durchführung des Herbstsemesters gesichert ist, sondern ebenfalls das pünktliche Erscheinen des neuen Programmheftes Anfang Januar. „Wir müssen natürlich die Angebote, die im Seminarraum bei uns stattfinden sollten, in andere Räume verlegen“, erklärt Marion Görnig. Möglich sei, dass das eine oder andere ausfallen muss, was besonders die Wochenendseminare beträfe. Das Philosophische Café von Helmut Fastenrath, hat dieser kurzerhand zu sich nach Hause geholt.

Bürger überraschten das Verwaltungsteam, bestehend aus Irmtraud Maurer, Ruth Mader und Christine Kroner, die sich vorübergehend im Raum C des Rathauses eingerichtet haben, mit Pralinen und Schokolade - als „Nervennahrung“, wie es hieß. Von den IT-Mitarbeitern der Verwaltung mit Anja Kluth an der Spitze wurden Bildschirmarbeitsplätze eingerichtet und durch das automatische Backup konnten alle wichtigten Computerdaten inzwischen wiederhergestellt werden, obwohl der Server bei dem Brand zerstört worden ist. Natürlich fehlen viele schriftliche Unterlagen, was besonders für Verwaltungsleiterin Irmtraud Maurer sehr ungünstig ist, die eigentlich jetzt den Haushalt 2014 aufstellen und die Semesterauswertung anfertigen muss. Auch hier sind aber Lösungen in Sicht. Unklar ist, was nach dem Brand gerettet noch werden kann. Vorsorglich wurde die Verbandsversammlung erst einmal von Dezember auf Januar verschoben.

Außerdem, so Marion Görnig, seien die Kolleginnen vom Rathausteam mit Kaffee und neuen Türschildern, sogar mit VHS-Logo, versorgt worden. Bis das Alte Amtshaus wiederhergestellt ist, wird die Volkshochschule in den nach der Verlagerung des Jobcenters der Arbeitsagentur freigewordenen fünf Büros untergebracht, wobei das ein Büro zu wenig ist und der Seminarraum fehlt. „Ich ziehe mit Kathleen Müller zusammen, das ist bereits klar“, so Marion Görnig.

Bis dahin haben auch in dieser Woche die pädagogischen Mitarbeiter zuhause gearbeitet. Nur einmal am Tag kamen alle zur Teamsitzung zusammen. Dabei überraschte die VHS-Leiterin die Verwaltungsmitarbeiter mit Blumen als kleines Dankeschön für ihr Engagement zur Aufrechterhaltung des Volkshochschulbetriebs. Marion Görnig: „Die Kolleginnen hängen an der VHS und am Alten Amtshaus, für sie ist das mehr als nur ein Arbeitsplatz, sie identifizieren sich damit.“ Jetzt in den Herbstferien leitet Marion Görig eine Studienreise in die USA und Kathleen Müller eine nach Südindien, auch Dr. Aysegül Altun befindet sich bei einem Austausch in der Türkei. Das VHS-Team ist jedoch optimistisch, dass in zwei Wochen dann etwas Normalität in den Betrieb kommt. Irmtraud Maurer hat zum Abschied versichert: „Wenn ihr zurückkommt, habt ihr wieder eine VHS.“

Unterstützungsangebote für die Volkshochschule kamen im Einzelnen von der katholischen Gemeinde, die Räume im Gemeindehaus am Glockenweg zur Verfügung stellte, vom KuK-Vorsitzenden Fritz Schmid, der bei der Vorbereitung der gemeinsamen kombinierten Lesung und Musikveranstaltung „Traumkräfte“ am 10. November in der Margarethenkirche hilft, sowie von der Gesamtschule, die Arbeiten bei der Organisation des neuen Spanischkursprojektsübernimmt. Weitere Solidaritätsbekundungen gab es vom Verband sowie von den benachbarten Volkshochschulen Lüdenscheid, Iserlohn, Lennetal und Hagen. „Andreas Hostert aus Lüdenscheid ließ mir so die Einladungen für Sitzungen zukommen, die genauso verloren sind wie mein Terminkalender“, berichtet Marion Görnig.

Für die Bürger ist die VHS nach wie vor unter der bekannten Rufnummer (02359) 4644 erreichbar und bei der Post wurde ein Nachsendeantrag gestellt, so dass sich auch an der Anschrift nichts ändert. Schwieriger ist es mit den dienstlichen Mailanschriften der Mitarbeiter die noch nicht funktionieren, sondern nur die zentrale VHS-Mailanschrift VHS@vhs-volmetal.de. - rh

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